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Nikon-Fotografie: fotografieren lernen mit Nikon - Technik - Fotoschule - Bildbearbeitung - und Archivierung

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Markt +Technik Verlag, 2010. — 416 s. На нем. языке.In diesem vollständigen Gesamtwerk für alle bekennenden Nikonianer vermittelt der engagierte Grafiker und Fotograf Michael Gradias sein umfassendes Nikon-Fachwissen. In zahlreichen Exkursen vermittelt er die Grundlagen der Technik und Fotografie. Ein eigenes Verzeichnis der Exkurse erleichtert das schnelle Nachschlagen. Zusammen mit den vom Autor selbst erstellten Fotografien und Grafiken erhalten Sie hier ein grundlegendes Werk zur Nikonfotografie.Das Grundlagenwerk für alle Nikon-Fotografen!Im ersten Teil erfahren Sie alles, was Sie über Nikon wissen sollten. So lernen Sie die Geschichte der Nikon-Kameras kennen und wir stellen Ihnen die digitalen Nikon-Modelle mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen vor. Sie lernen auch wichtige Zubehörteile kennen, die für ein kreatives Fotografieren wichtig sind.Im zweiten Teil werden Sie mit den Grundlagen der Fotografie bekannt gemacht. Sie erfahren, welche Punkte für perfekt belichtete Fotos von Bedeutung sind und wie Sie Bilder sauber fokussieren und gestalten. Sie lernen auch die bedeutenden Unterschiede von der analogen zur digitalen Fotografie kennen. Außerdem ist die Wirkung von Farben und Formen sehr wichtig.Der dritte Teil zeigt Ihnen, dass bei der digitalen Fotografie nach der Aufnahme keineswegs "Schluss" ist. Sie haben vielfältige Möglichkeiten, um die Bilder nachträglich zu verbessern oder weiterzuverarbeiten. Auch das richtige Archivieren der Fotos ist ein bedeutendes Thema - besonders bei großen Bildermengen. Für eine wirkungsvolle Präsentation Ihrer Fotos gibt es ebenfalls einiges Wissenswertes.
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german
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NikonFotografie

Fotografie
MICHAEL GRADIAS

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Vorwort
Wenn Sie dieses Buch aufschlagen, sind Sie vermutlich mit mir der Ansicht, dass die Systemkameras
und das Kamerasystem von Nikon Werkzeuge für
Macher sind. Und zwar die wohl Besten, die man
sich heute vorstellen kann. Die Bindung zu dieser
großen Marke spielt bereits seit mehr als sechs
Jahrzehnten unter Profifotografen und ambitionierten Amateuren eine bedeutende Rolle. Denn
mehr als beim Auto, bei der Whiskey-Sorte, den
Golfschlägern oder einer Küchenmaschine ist die
lebenslange Beziehung zum Kamerasystem nicht
nur eine emotionale Entscheidung, sondern vielmehr eine Frage der Vernunft. Denn es ist nicht unerheblich, ja sogar für den Erfolg entscheidend, ob etwa nach einem halben Fotografenleben ein wichtiges Zubehör der vorigen Generation aktuell noch einsetzbar,
kompatibel ist.
Diesen Grundgedanken hat Nikon offenbar seit den Anfängen seiner KameraProduktion im Jahr 1948 begriffen und systematisch verfolgt; und sogar bei seinem vorsichtigen, letztlich aber konsequenten Weg ins Digital Imaging nicht aus
den Augen gelassen. Und so kam es zur Entstehung der weltweiten Gemeinde der
»Nikonians«. Doch die Marke für Macher hat bisher kaum kongeniale Biografen,
die Gemeinde keinen eigentlichen »Evangelisten« gefunden, weder in deutscher,
noch in englischer oder japanischer Sprache. So kommt dieses Buch wie gerufen.
Das erfahrene Multitalent Michael Gradias hat sich mehr als ein Jahr Zeit genommen und von seinem Verlag alle Freiheiten erhalten, um hiermit ein grundlegendes
Werk der Nikon-Fotografie auf den Weg zu bringen. Es lässt nichts aus, von der
Modell-Geschichte bis zum Umgang mit den aktuellen System-Nikons. Die in der
Lessing-Stadt Wolfenbüttel kultivierte ursprüngliche »Berliner Schnauze« Gradias
ist ein Glücksfall für diese Aufgabe. Denn der Mann weiß nach vielen Büchern, die
er bereits einzelnen Nikon-Modellen gewidmet hat, was er schreibt.
So liegt hier nun ein in Idee, Aufmachung und Anliegen neuartiges Buch vor, das
das Zeug für einen Bestseller hat, womöglich auch in anderen Sprachen. Es ist
weniger ein Werk für Sammler, vielmehr etwas Handfestes für Gestalter aus der
Werkstatt eines Könners. Die »Bibel« für waschechte »Nikonians«. Hier ist sie.

Jan-Gert Hagemeyer
Redakteur bei digitalkamera.de

Liebe Leserin, lieber Leser,
Fotografieren ist ein spannendes und entspannendes Hobby, das Sie ein Leben
lang begleiten kann – völlig unabhängig davon, für welche Kameramarke Sie sich
gerade eben oder vielleicht bereits vor vielen Jahrzehnten (zu analogen Zeiten)
entschieden haben. Sollte Ihre Wahl – wann auch immer – auf die Marke »Nikon«
gefallen sein, haben Sie eine super Wahl getroffen. Sie werden mit Bildergebnissen
in ausgezeichneter Qualität belohnt – wenn Sie einige fotografische Grundregeln
beherzigen.
Die Bedienungsanleitung Ihrer Kamera haben Sie bereits bestens studiert – vielleicht haben Sie sogar ein zusätzliches Kamerahandbuch erworben und sich intensiv damit beschäftigt. Aber dennoch kommen noch immer nicht die gewünschten Ergebnisse dabei heraus?
Dann könnte ein genaues Studium dieses Buchs vielleicht genau das Richtige für
Sie sein. Oftmals sind es entweder grundlegende Kenntnisse über das Fotografieren
an sich oder »Kleinigkeiten« beim Umgang mit Ihrer Nikon, die bei Ihren Aufnahmen den Unterschied zwischen belanglosen und aufsehenerregenden Fotos machen, die beim Betrachter vollste Anerkennung finden.
Auf was es beim Fotografieren mit Ihrer Nikon ankommt, habe ich in diesem Buch
für Sie zusammengefasst – von grundlegenden Problemen bei der Fotografie bis
hin zu den »alltäglichen Komplikationen«, die auftreten können, wenn Sie bestimmte Dinge nicht beachten. Sie erhalten in diesem Buch nicht nur die grundlegenden Fakten zum Umgang mit Ihrer Nikon – Sie lernen auch alle wichtigen
Dinge kennen, die es »rund um die Fotografie« zu beachten gilt.
Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Arbeit mit Ihrer Nikon und hoffe, dass Ihnen
dieses Buch viele Tipps und Anregungen zum Thema »Fotografie« im Allgemeinen –
und ganz speziell mit Ihrer Nikon – geben wird.
Ihr Autor Michael Gradias

INHALTSVERZEICHNIS

Teil 1 Die Technik
1 Die Geschichte ............. 17
Nikons Anfänge.............................................. 18
Der Neuanfang mit eigenen Kameras ...... 19
Der erste Erfolg .............................................. 22
Spiegelreflexkameras.................................... 22
Die »Ur«-Nikon – Nikon F ............................ 23
Weitere Entwicklungen................................ 24
Ein guter Ruf .................................................. 24
Das zweite Bein ............................................. 24
Eine neue Reihe ............................................. 26
Ein Boom.......................................................... 27
Der neue »Leader« ......................................... 28
Die Elektronik zieht ein................................ 28
Viele neue Modelle ....................................... 28
»Kompaktkameras« ........................................ 29
Die Nikon F3 ................................................... 30
Neue Einsteiger ............................................... 31
Die nächste Generation ............................... 34
Ein neues Spitzenmodell – die F4 ............. 37
Weitere Updates ............................................ 39
Neue Versuche................................................. 41
Nikon F100 ...................................................... 42

2 Die digitalen
Kameras ........................ 45
Neues Terrain.................................................. 46
Die erste Digitale ........................................... 46
Vieles bleibt .................................................... 50
Vieles ist neu .................................................. 50
Der Consumermarkt ...................................... 52
Neue Spitzenmodelle ................................... 54
Der Massenmarkt .......................................... 56
Zwei Neue ....................................................... 57
Modellpflege ................................................... 59
Ein »Dampfhammer« ..................................... 59
Noch ein Kracher ........................................... 63
Zwei neue Kleine ........................................... 65
Ein weiterer Paukenschlag .......................... 68
Modellpflege .................................................... 70
Überraschendes............................................... 71

7

8

INHALTSVERZEICHNIS

Viel Innovation ............................................... 75
Neue Dimension............................................. 78
Weitere Innovationen................................... 78
Eine neue »Kleine« ......................................... 79
Modellpflege .................................................... 81

3 Zubehör ........................ 83
Viele Objektive ............................................... 84
Noch mehr Zubehör ...................................... 84
Verschiedene Brennweitenbereiche ......... 88
Weitwinkelobjektive .................................... 89
Normalobjektive ............................................. 91
Festbrennweiten ............................................ 93
Makroobjektive .............................................. 94
Zoomobjektive ................................................ 99
Spezialisten ................................................... 105
Blitzgeräte ..................................................... 107
Makrozubehör .............................................. 114
Telekonverter ................................................ 118
Stative ............................................................ 119
Multifunktionshandgriffe.......................... 122
Fernauslöser .................................................. 122
Filter ................................................................ 123
GPS-Geräte ................................................... 125
Solmeta DP-GPS N2 ................................... 126
Wireless LAN................................................. 127
Sucherzubehör ............................................. 127
Tabletop ......................................................... 127
Studioleuchten ............................................. 128
Taschen .......................................................... 129

4 Grundsätzliche
Bedienung ................. 131
Die Bedienung ..............................................
Ein-/Ausschalter ..........................................
Das LC-Display .............................................
Moduswahlrad .............................................
Belichtungsmessung ...................................
Autofokus starten........................................
Einstellräder ..................................................
Sucher.............................................................
Betriebsartenwähler ...................................

132
136
136
137
140
140
141
142
143

INHALTSVERZEICHNIS

Blitz .................................................................
Objektiventriegelung ..................................
Fokusschalter ................................................
Fokusmessart ................................................
Funktionstaste..............................................
Abblendtaste.................................................
AF-Hilfslicht..................................................
Infrarotempfänger.......................................
Mikrofon ........................................................
Sensorebene..................................................
Speicherkartenfach .....................................
Lautsprecher .................................................
Geräteanschlüsse.........................................
Stativgewinde...............................................
Augensensor .................................................
Live-View .......................................................
Menübedienung ...........................................
Variable Tasten .............................................
Die Bedienung des Menüs.........................

143
143
144
144
145
146
146
147
147
147
148
148
148
149
150
150
150
151
151

Teil 2 Das Fotografieren
5 Die Belichtung........... 159
Belichtung .....................................................
Grundsätzliches ..........................................
Die Empfindlichkeit.....................................
Die Belichtungszeit .....................................
Die Blende .....................................................
Belichtungsmessung ...................................
Die Messmethoden .....................................
Manuell ..........................................................
Programmverschiebung .............................
Korrekturen ...................................................

160
160
163
166
171
175
185
187
188
189

6 Das Fokussieren ........ 193
Grundsätzliches ...........................................
Wo ist die Schärfe? .....................................
Probleme des Autofokus ............................
Korrektes Fokussieren.................................
Verschiedene Situationen .........................
Typische Situationen ..................................
Die Messsysteme .........................................
Individualfunktionen ..................................

194
197
202
204
206
208
214
219

9

10

INHALTSVERZEICHNIS

7 Digitale
Besonderheiten ........ 223
Der Umstieg ..................................................
JPEG-Bilder ...................................................
RAW-Bilder ...................................................
Auflösung ......................................................
Exif-Daten .....................................................
Bildrauschen .................................................
Verschmutzte Sensoren .............................
Live-View .......................................................
Videos filmen ................................................
Diadups ..........................................................
Filmscanner ...................................................
Daten wiederherstellen..............................

224
227
233
240
244
248
254
256
258
260
262
263

8 Bildgestaltung .......... 265
Bilder gestalten............................................
Gestaltung mit Auswirkungen .................
Der passende Bildausschnitt ....................
Hochkant oder quer? ..................................
Unterschiedliche Bildwirkung ..................
Verschiedenes Licht ....................................
Blauer Himmel .............................................
Hartes Licht – weiches Licht ....................
Viele Versuche ..............................................
Auf Augenhöhe ............................................
Mit vorhandenen Formen gestalten .......
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort ........
Einschränkungen .........................................
Probleme ........................................................
Regeln brechen ............................................
Mit Blitzlicht gestalten ..............................

266
269
271
276
277
279
280
284
285
285
287
288
289
289
291
292

9 Farben ........................ 297
Farben über Farben .....................................
Bunte Fotos ...................................................
Einfarbige Bilder ..........................................
Harmonierende Farben ..............................
Komplementärfarben..................................
Kräftige Farben ............................................
Nicht harmonierende Farben ...................

298
301
306
309
312
315
318

INHALTSVERZEICHNIS

Teil 3 Das »Danach«
10 Bildarchivierung .... 323
Ordnung halten ............................................
Datenaufbau ................................................
Bilder auf den Rechner übertragen ........
Programme nutzen......................................
Bilder und Ordner benennen ....................
Erweiterte Strukturierungen ....................
Ordnereinstellungen ...................................
Bewertungen ................................................
Sicherheitskopien ........................................
Erweiterte Möglichkeiten..........................
Mit Photoshop Elements arbeiten ..........

324
326
328
329
330
332
333
334
335
338
339

11 Bildbearbeitung..... 353
»Fast« neu ......................................................
Sauber fotografieren ..................................
Aufgabenstellungen....................................
Die Programme ............................................
Der »Workflow« ............................................
Bilder freistellen ..........................................
Bilder optimieren .........................................
Bilder professionell optimieren ...............
Bilder skalieren ............................................
Bilder schärfen .............................................
Für das Web speichern ...............................
Bildfehler beseitigen...................................
Bildrauschen reduzieren ............................
RAW-Bilder »entwickeln« ..........................
Bilder »malen« ..............................................
Bilder »veredeln« ..........................................

354
355
356
359
361
361
363
367
370
371
373
375
377
381
386
388

12 Bildpräsentation .... 393
Freude teilen .................................................
Bilder als E-Mail versenden......................
Webgalerien erstellen ................................
Diaschau auf CD oder DVD .......................
Bilder drucken ..............................................
Fotobücher erstellen...................................

394
399
400
402
404
407

Stichwortverzeichnis .... 410

11

12

INHALTSVERZEICHNIS – EXKURSE

Exkurse
Abbildungsmaßstab .................................... 96
Auflösung ..................................................... 240
Aufnahmeformate ........................................ 21
So funktioniert der Autofokus ................ 200
Bildaufteilungen ........................................ 282
Bildfehler ........................................................ 93
Bits und Bytes ............................................. 226
Rund um die Blende ..................................... 86
Blendenübertragung ................................... 27
Begriffe zum Blitzen ................................... 111
CCD- und CMOS-Sensoren ......................... 51
Dateinamen.................................................. 327
Umgang mit Digitalkameras ..................... 55
Aufbau einer DSLR ..................................... 138
DX-Format ...................................................... 48
Einstellscheiben.......................................... 196
Empfindlichkeit ............................................ 77
ISO-Empfindlichkeit erhöhen ................. 237
Was ist Farbe? ............................................. 162
Farbkreis ....................................................... 300
Farbmodelle ................................................. 302
Farbumfang ................................................. 303
Ermittlung der Farbtemperatur ............. 166
Ein Film entsteht ........................................... 20
Was ist Gestaltung?................................... 268
Goldener Schnitt........................................ 274
HDR – DRI ..................................................... 378
IPTC-Standard .............................................. 334
Hyperfokaldistanz...................................... 208
Kalibrieren .................................................... 396
Komprimierung ........................................... 228
Kontrastumfang ......................................... 380
Leitzahl .......................................................... 108
Was ist Licht? .............................................. 162
Lichtrichtung............................................... 278
Lichtwert ...................................................... 178
Abkürzungen für Objektive ........................ 98
AI-Objektive................................................... 29

INHALTSVERZEICHNIS – EXKURSE

AI-S-Objektive .............................................. 33
AF-Objektive .................................................. 36
Weitere Objektive......................................... 39
Panoramaaufnahmen ............................... 384
Polarisationsfilter ...................................... 123
Was ist Schärfe? ......................................... 197
Schärfeebene .............................................. 206
Schärfefalle ................................................. 215
Schärfentiefe .............................................. 207
Speicherkarten ............................................. 64
Sucheranzeigen .......................................... 153
Vergleich D3000 – D300s ........................ 134
Verschluss ..................................................... 169
Weißabgleich .............................................. 167
XMP-Daten ................................................... 382
Zerstreuungskreise ...................................... 88

13

In diesem ersten Teil erfahren Sie alles, was Sie
über Nikon wissen sollten. So lernen Sie die Geschichte der Nikon-Kameras kennen, und ich stelle
Ihnen die digitalen Nikon-Modelle mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen vor. Sie lernen auch
wichtige Zubehörteile kennen, die für ein kreatives
Fotografieren wichtig sind.

Teil 1
Die Technik

Nikon D70s, 200 ISO, 1/800 Sek., 105 mm Makro, f 7.1

Die »Ur«-Nikon F (Nikon D70s, 105 mm Makro, 200 ISO, 1/30 Sek., f 32)

1

Die Geschichte

Seit 1932 baut die als »Nippon Kogaku K. K.«
1917 gegründete Firma Nikon Objektive. Erst
ab 1948 wurden dann von Nikon auch Kameras gebaut. Im Laufe der vielen Jahrzehnte
entstand eines der erfolgreichsten Unternehmen im Kameramarkt. Lesen Sie in diesem
Kapitel, wie sich alles entwickelt hat.
Alle Fotografien und Grafiken im Kapitel: Michael Gradias

18

DIE GESCHICHTE

Nikons Anfänge
Für die heutige erfolgreiche japanische
Firma Nikon begann alles, als sich am
25. Juli 1917 drei kleinere Firmen (Tokyo
Keiki Seisaku Sho, Iwaki Glass Manufacturing und Fujii Lens Seizo Sho) zur Nippon Kogaku Kogyo Kaisha zusammenschlossen und sich der Konstruktion von
optischen Geräten, wie etwa Ferngläsern oder Mikroskopen, widmeten. Der
schon damals bedeutende japanische
Mitsubishi-Konzern – zu dem Nikon
auch heute noch gehört – unterstützte
die Fusion.
Der Firmenname »Nippon Kogaku K.
K.« bedeutet übersetzt etwa »Japanische
optische Gesellschaft«. Während die Kameramodelle schon 1976 »Nikon« hießen, benannte sich die Nippon Kogaku
K. K. aber erst 1988 in »K. K. Nikon« um,
was im Englischen Nikon Corporation
bedeutet.

Ä Die erste Nikon. Die erste
Nikon-Messsucherkamera,
die 1948 vorgestellt wurde,
hatte zunächst keine Modellbezeichnung – erst später
nannte man sie Nikon I (Foto:
Nikon GmbH, Deutschland).

Mit deutschem Knowhow begann es
Zu den Zeiten der Firmengründung
wurde die Kameraszene von deutschen
Firmen wie etwa Rollei, Zeiss, Voigtländer oder Contax bestimmt. Mitte 1919

reisten die Japaner – einer Einladung
folgend – ins Deutsche Reich und besichtigten dort die Werke der deutschen
Kamerahersteller.
Ab Anfang 1921 arbeiteten daraufhin
unter den 200 Mitarbeitern in Japan
acht deutsche Techniker mit und waren
maßgeblich an der weiteren Entwicklung Nikons beteiligt. Deutsche Techniker waren damals in Japan wegen ihres
großen Know-hows in vielen Bereichen
sehr begehrt. Bei anderen japanischen
Kameraherstellern verlief die Entwicklungsgeschichte recht ähnlich.
Die deutschen Entwicklungen waren Vorbild für die Japaner und es war
durchaus gang und gäbe, dass zunächst
deutsche Produkte kopiert wurden.
Deutsche Firmen lieferten Zubehörteile wie zum Beispiel Verschlüsse oder
Objektive nach Japan und machten so
ebenfalls ihr Geschäft.

Die Produktion läuft an
Zunächst arbeitete die Nippon Kogaku
K. K. für die japanische Armee und stellte Periskope, Ferngläser, Zielfernrohre,
Entfernungsmesser und andere optische
Geräte her. Später wurden für den »zivilen Kunden« Feldstecher, medizinischoptische und astronomische Geräte
entwickelt. Man erlangte so einige
Anerkennung.
Das Warenzeichen »Nikkor« tauchte
erstmalig 1932 auf – so heißen Nikons
Objektive bis heute. Nikon etablierte
sich im Laufe der Zeit als Zulieferer
der Kameraindustrie und stellte unter
anderem verschiedene hochwertige
Objektive mit Festbrennweiten von
75 bis 700 mm her. Es handelte sich
dabei um Objektive für Platten- und
Rollfilmkameras.

DER NEUANFANG MIT EIGENEN KAMERAS

Objektive für Canon
1933 entstand die japanische Firma
Canon, die preisgünstige Leica-Nachbauten konstruierte. Im Februar 1936
erschien die »Hansa Canon«, die mit
einem Nikkor 50 mm f 3.5 ausgestattet
wurde. Bis 1947 hielt die Zusammenarbeit an – alle Canon-Kameras waren
mit Nikkoren bestückt.
Während des zweiten Weltkrieges
produzierte man allerdings fast ausschließlich Produkte für militärische
Anwendungsbereiche.
Nach der Kapitulation Japans wurde
der Nikon-Firmenkomplex zerschlagen –
nur das Stammwerk in Oi-Morimaecho
blieb erhalten.

19

Der Neuanfang mit
eigenen Kameras
Nach dem Krieg begann man mit der
Entwicklung eigener Kameras. Die am
7. März 1948 vorgestellte erste Messsucherkamera erhielt den Namen »Nikon«,
der aus der Firmenbezeichnung Nippon
Kogaku abgeleitet wurde.
Die Kamera hieß übrigens nur »Nikon«
– die Modellbezeichnung »I« wurde erst
später zur Unterscheidung hinzugefügt.
Die Kamera war der deutschen
Contax II nachempfunden und arbeitete
mit dem ungewöhnlichen Bildformat
von 24 x 32 mm. So passten 40 Aufnahmen auf einen Kleinbildfilm.

Ä Giebeldetail. Auch mit
analogen Nikon-Kameras
konnte man bereits ausgezeichnete Ergebnisse erzielen,
wie dieses Foto zeigt, das
1989 mit einer Nikon FA
entstanden ist. Die Diaaufnahme wurde per Photo-CD
digitalisiert und anschließend
digital aufbereitet (Nikon FA,
Fuji RF 50).

DIE GESCHICHTE

20

Exkurs

 Filmvergleich. Ein Rollfilm
(links) im Vergleich mit einer
Kleinbildfilmpatrone. Beide
Filme sind ein Produkt von
Fuji und wurden zu analogen
Zeiten von vielen Fotografen
gerne eingesetzt.

Ä Zwei Kinefilmbilder
(oben) ergeben ein Kleinbildfilmbild (unten). In
der unteren Abbildung sind
verschiedene gängige SensorFormate im Vergleich zum
Kleinbildfilm eingezeichnet.
Von außen nach innen: APS-C,
Four-Thirds und ganz innen
ein Kompaktkamera-Sensor,
wobei hier die Größen ein
wenig variieren.

Ein Film entsteht
Ehe sich der Kleinbildfilm als Standard
entwickelt hatte, verging einige Zeit.
Der erste Zelluloidfilm wurde bereits
1868 hergestellt und patentiert. Ein
verbesserter Rollfilm auf Zelluloidbasis
wurde 1887 von Hannibal Williston
Goodwin zum Patent angemeldet. Der
Rollfilm löste die bis dahin üblichen
Platten ab, deren Handhabung in Plattenkameras sehr umständlich war.
Aus diesem Rollfilm wurden alle
kommenden Formate entwickelt. Der
Rollfilm wurde für viele unterschiedliche Aufnahmeformate genutzt, wie
beispielsweise 4,5 x 6 cm, 6 x 6 cm oder
6 x 9 cm. So fanden 16, 12 oder 8 Bilder
auf den Filmen Platz. George Eastman
(der Begründer von Kodak) etablierte
Rollfilmkameras im Massenmarkt und
produzierte das Filmmaterial im großen
Stil. William K. L. Dickson entwickelte
aus dem Rollfilm 1893 den sogenannten Kinefilm (der 35-mm-Film), der für
Kinofilme genutzt wurde. Er perforierte
die Filmstreifen, damit der Film weitertransportiert werden konnte – in der
Filmkamera sowie in den Projektoren.
Die Filmbilder haben eine Größe von
etwa 18 x 22 mm – links neben dem
Filmbild ist ein 2 mm breiter Freiraum,
der die Tonspur enthalten kann.
Erst 1913 wurde dieser Kinefilm vom
Deutschen Oskar Barnack für die erste
Kleinbildkamera genutzt, die ab 1924
als »Leica« in Serie gefertigt und als
Massenprodukt verkauft wurde. Die
erste Kleinbildkamera diente zunächst
nur dazu, kurze Filmstreifen schnell im
Kopierwerk entwickeln zu können, um
die geeigneten Einstellungen – wie etwa
die Belichtung – für die Kinofilmproduk-

tion zu überprüfen. Der Kinefilm wurde
dabei nicht ganz genau übernommen.
Die unterschiedlichen Maße kommen
daher, dass der Kinefilm um 90° gedreht
wurde.

So entstand aus zwei Kinefilmbildern
ein Kleinbildnegativ, wobei der Raum
der Tonspur für das Foto mit genutzt
werden konnte. Damit ergab sich das
Kleinbildformat mit 24 x 36 mm und das
Seitenverhältnis von 3:2, das auch bei
heutigen digitalen Spiegelreflexkameras
noch verwendet wird. Die Perforation
wurde für die erste Kleinbildkamera einfach mit übernommen und konnte so für
den Filmtransport genutzt werden. Die
Perforation ist allerdings nicht rechts
und links des Bildes wie beim Kinefilm,
sondern durch die Drehung oben und
unten.
Bei den ersten Kameras wollten die
Japaner verschiedene andere Formate
durchsetzen. Die Bildhöhe war durch
den Film festgelegt – die Bildbreite
sollte aber variieren, um mehr Bilder auf
den Film bannen zu können. So entstand
das 24 x 32-mm-Format, das sich aber
letztlich nicht durchsetzen konnte, weil
die Fotos nicht in die gängigen Diarahmen des Kodachromefilms passten.

AUFNAHMEFORMATE

Aufnahmeformate
Die Aufnahmeformate sind von Beginn
an etwas durcheinandergeraten, was
unter anderem bei der Bildgestaltung
eine bedeutende Rolle spielt. Bei den
Rollfilmen wurde meist das quadratische Format von 6 x 6 cm verwendet.
Aber es gab auch andere Formate, die
andere Seitenverhältnisse abbildeten,
wie etwa die Formate 6 x 7 cm oder
6 x 9 cm. Die klassische Kleinbildfotografie basiert auf dem Seitenverhältnis
von 3:2, was sich aus dem Aufnahmeformat von 24 x 36 mm ergibt. Mit der
Digitalisierung der Fotografie tauchte
aber zunächst das 4:3-Aufnahmeformat
auf. Der Grund dafür ist ein einfacher:
Fernsehgeräte weisen dieses Seitenverhältnis auf. Daran lehnten sich zunächst
auch die digitalen Kompaktkameras an,
weil bei PCs zunächst Fernsehgeräte als
Monitore verwendet wurden, die ja das
Seitenverhältnis von 4:3 hatten. Das
Format ist bei PCs bis heute weitestgehend beibehalten worden. Erst durch
das relativ neue HDTV-Fernsehformat ist
das 16:9-Format dazugekommen.

21

Exkurs
Á Andere Formate. Mittelformatkameras, die Rollfilme
verwendeten, arbeiteten oft in
dem quadratischen Format
6 x 6. Dies muss bei der Gestaltung des Fotos natürlich
berücksichtigt werden, wie bei
dieser Aufnahme, die 1991 mit
einer Rolleiflex 6006 entstanden ist (Rolleiflex 6006, Agfa
RS 100).
Digitale Spiegelreflexkameras wenden
das klassische Seitenverhältnis von
3:2 an, da dies auch sehr praktische
Vorteile hat. Werden nämlich die Fotos
auf Fotopapier ausbelichtet, kann das
vollständige Foto wiedergegeben werden, da die Fotopapiere nach wie vor
nur im 3:2-Seitenverhältnis produziert
werden.
Das Format der ersten Nikon wies mit
24 x 32 mm ebenfalls etwa das 3:2-Seitenverhältnis auf und scheiterte auch
an ganz praktischen Gründen: Die Dias
passten nicht in die vorhandenen Diarahmen.

Ä Formatprobleme. Wenn
Fotos im 4:3-Format auf Fotopapier ausbelichtet werden
sollen, entsteht entweder
rechts und links vom Bild ein
leerer Rand oder es werden
Bildteile abgeschnitten
(Lumix FZ28, 478 mm Kleinbildäquivalent, 100 ISO,
1/125 Sek., f 4.4, int. Blitz).

22

DIE GESCHICHTE

Der erste Erfolg

Ä Nikon SP. Diese Kamera
war die professionellste Messsucherkamera von Nikon. Sie
wurde bis 1965 produziert
(Foto: Nikon GmbH, Deutschland).

Schon 1949 erschien die zweite NikonKamera – die Nikon M, die mit dem Vorgängermodell weitgehend identisch war.
Damit gelang Nikon der Durchbruch.
Hintergrund war der Korea-Krieg, bei
dem die Reporter vermehrt auf NikonKameras zurückgriffen. Die Publikationen der Kriegsberichterstatter in den
amerikanischen Tageszeitungen wiesen
stets auf die Verwendung der Nikon hin
und lobten sie in den höchsten Tönen.
Gelobt wurde vor allem die Präzision
und die solide Bauweise. Bei der Nikon
M wurde nun das Aufnahmeformat
24 x 34 mm genutzt, weil sich das kleinere Format des Vorgängermodells nicht
durchgesetzt hatte.
Den ersten großen Verkaufserfolg
und weltweite Geltung erreichte Nikon
mit dem nächsten Kameramodell – der
Nikon S, die im Januar 1951 erschien. Es
war die erste Nikon-Kamera, die weltweit vertrieben wurde und sowohl bei
Profis als auch bei Amateuren gefragt
war. Von der ersten Nikon wurden zuvor
übrigens nur etwa 400 Stück verkauft.
Als erste Nikon-Kamera verwendete
dann die Nikon S2 das bis heute übliche

Kleinbildformat von 24 x 36 mm. Sie
erschien Ende 1954. Von 1957 bis 1965
wurde dann das aufwendigste Modell
der Messsucherkameraserie von Nikon
hergestellt: die SP, wobei das »P« für
»Professional« steht. Nikon legte schon
damals viel Wert darauf, die Profis mit
leistungsstarken Kameras zu bedienen.
Diese Kamera hatte zur damaligen Zeit
die größte Ausstattungs- und Zubehörvielfalt und war daher sehr beliebt.
1958 bis 1961 wurde dann die S3 produziert, der 1959 das »Sparmodell« S4
folgte. Es entstanden noch einige weitere Varianten der S-Serie. 1965 wurde
die Produktion von Messsucherkameras
eingestellt.

Spiegelreflexkameras
Bereits 1936 wurde von der deutschen
Firma Ihagee in Dresden die erste
Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt
mit der Bezeichnung Kine-Exakta entwickelt. Die einäugigen Spiegelreflexkameras setzten sich bald auf dem
Markt durch.
Spiegelreflexkameras bieten Vorteile,
weil der Bildausschnitt – anders als bei
Messsucherkameras – präzise beurteilt
werden kann, und zwar unabhängig
davon, welches Objektiv an der Kamera
eingesetzt wird.
Bei den Messsucherkameras mussten
entsprechende Rahmen in das Sucherbild eingeblendet werden, um den zu
erwartenden Bildausschnitt beurteilen
zu können – eine Beurteilung der Schärfentiefe war gar nicht möglich. Das Fotografieren mit Messsucherkameras ist
daher unpräzise. So lösten die bequemeren Spiegelreflexkameras die Messsucherkameras im Laufe der Zeit ab.

DIE »UR«-NIKON – NIKON F

Die Funktionsweise einer einäugigen
Spiegelreflexkamera wird in der Abbildung oben schematisch dargestellt.
Das Licht  gelangt durch das Objektiv  auf den Spiegel  und wird von
dort auf eine Einstellscheibe  gelenkt.
Im Pentaprisma  entsteht ein seitenrichtiges und aufrechtes Bild, das letztlich im Sucher  sichtbar wird.
Nach dem Auslösen wird der
Schwenkspiegel nach oben geklappt  ,
sodass das Licht auf den Film/Sensor 
gelangen kann. Im Sucher ist während
der Belichtung kein Bild zu sehen, weil
dieser ja nach oben geklappt ist.

Die »Ur«-Nikon
– Nikon F
Auch Nikon verschloss sich dem neuen
Trend hin zu Spiegelreflexkameras nicht
und entwickelte eine eigene Spiegelreflexkamera, weil man auch merkte, dass
mit der Nikon SP das Messsuchersystem
ausgereizt war. Daher begann Nikon
nach der Entwicklung der SP mit der
Konstruktion einer Spiegelreflexkamera, bei der man sich zum Ziel setzte,
alle technischen Errungenschaften, die
es bis dahin im Spiegelreflexbereich
gab, einzubauen. Die Kamera sollte
ein wechselbares Suchersystem haben
und durch reichhaltiges Zubehör glän-

zen. Die Rückwand sollte ebenso wie
die Mattscheiben auswechselbar sein.
Zusätzlich sollte das Objektivangebot
vergrößert werden. Um Produktionskosten einzusparen, sollten viele Bauteile
der Nikon SP übernommen werden. Die
Vorgaben wurden alle erfüllt und 1959
erblickte die Nikon F das Licht der Welt
und begründete damit das bis heute
erfolgreichste und professionellste
Kamerasystem.
Die Objektive wurden am Nikon-FBajonett befestigt. Im Gegensatz zu den
damals überwiegend üblichen Schraubgewinden ließen sich die Objektive so
schneller wechseln. Das F-Bajonett
erhielt seinen Namen durch den damaligen Nikon-Chefingenieur Fuketa.
Das Bajonett wird bis heute verwendet,
auch wenn es im Laufe der Zeit diverse
Veränderungen gab, als Belichtungsmessung und Autofokus dazukamen.
Dennoch lassen sich heutige Objektive
an der Nikon F verwenden, ebenso wie
damalige Objektive an aktuellen Kameras genutzt werden können – wenn
auch mit Einschränkungen.

23

Lichtschachtsucher
Mittelformatkameras – zum Beispiel die
6 x 6-Kameras – arbeiteten oftmals mit
einem Lichtschachtsucher, bei dem das Licht
auf die Einstellscheibe
projiziert wurde. Das
Pentaprisma fehlte, sodass das Bild von oben
direkt auf der Einstellscheibe begutachtet
wurde. Bei einigen
aktuellen Nikon-Einsteigermodellen werden
statt des Pentaprismas
Spiegel genutzt, die
leichter und billiger als
das Pentaprisma sind.

Ä Nikon F. Diese professionelle Kamera bildet die
Grundlage der gesamten FSerie von Nikon (Foto: Nikon
GmbH, Deutschland).

24

Gehäuse
Bei Nikon hatte es übrigens Tradition, dass die
Spiegelreflexkameras
neben dem silberfarbenen Gehäuse auch in
einer schwarzen Variante, die etwas teurer
war, angeboten wurden. Dies wurde bis ins
digitale Zeitalter (bis
zur Nikon D40) weitgehend so fortgeführt.
Seitdem sind allerdings
nur noch die schwarzen
Gehäuse verfügbar.

 Belichtungsmesser. Bei
den Photomic-Modellen
enthielt das Sucher-Modul
auch einen Belichtungsmesser, der von Modell zu Modell
weiter optimiert wurde – hier
sehen Sie die Variante Photomic FTN (Foto: Nikon GmbH,
Deutschland).

DIE GESCHICHTE

Weitere Entwicklungen
Die F wurde kontinuierlich weiterentwickelt. Ehe der Nachfolger F2 1971
erschien, vergingen 12 Jahre – bei den
heutigen Produktzyklen ein unvorstellbar langer Zeitraum.
1962 erhielt die F einen damals modernen Belichtungsmesser. Diese Variante nannte Nikon »Photomic«. Dabei
wurde der Sucher einfach gegen eine
»klobige« Variante ausgetauscht, die den
Belichtungsmesser integriert hatte. Die
Belichtungsmessung wurde weiter verfeinert. 1965 wurde die Nikon F Photomic T mit einem Belichtungsmesser vorgestellt, bei dem das Licht nun erstmals
innen auf der Mattscheibe gemessen
wurde und so zu einer präziseren Messung führte (TTL-Messung – Through
the Lens/durch das Objektiv). Zuvor
erfolgte die Messung nicht durch das
Objektiv, sondern über den im Sucher
integrierten Belichtungsmesser.
Die Belichtungsmessung wurde weiter
optimiert. Bei der Nikon F Photomic TN
wurde die Belichtung in der Bildmitte
stärker bewertet als an der Bildrändern
– Nikons »mittenbetonte Messung« war
geboren. Eine weitere Fortentwicklung
gab es 1968 mit der Nikon F Photomic
FTN, bei der die Lichtstärke des Objektivs leichter berücksichtigt werden
konnte – zuvor war das Verfahren recht
umständlich. Auch das Verriegelungssystem wurde hier optimiert.

Das Titelbild dieses Kapitels zeigt übrigens dieses Modell aus meiner eigenen
Nikon-Sammlung.

Ein guter Ruf
Mit der Nikon F rollte Nikon den Markt
»von oben« auf. Man konnte immer
mehr Starfotografen überzeugen, mit
dieser Kamera zu arbeiten – so entstanden viele der weltweit veröffentlichten
und prämierten Pressefotos mit dieser
Kamera. Und genau diese Tatsache
nutzte man, um in riesigen Werbekampagnen weiter auf die Kamera aufmerksam zu machen. Auch im »CrossMarketing« war Nikon gut – in vielen
Kinofilmen konnte man die Nikon F als
Requisit »unterbringen«.
Und wieder einmal war es ein Krieg,
der zusätzlich half, den guten Ruf der
Nikon zu verbessern. Im Vietnamkrieg
konnte die Kamera bei den Pressefotografen mit ihrer Robustheit überzeugen – die meisten der Pressefotografen
waren inzwischen mit der Nikon F
unterwegs. Die bis dahin währende
Vorherrschaft der deutschen Kameras
unter den Pressefotografen war damit
beendet.
Die vielen guten Nikkore und das
große Sortiment taten ihr Übriges. Einige Fotografen sollen durch bestimmte
Objektive zum Nikon-System gekommen
sein. So wurden zum Beispiel die lichtstarken Objektive besonders gelobt.

Das zweite Bein
Gleich nach der Konstruktion der ersten F widmete sich Nikon auch dem
Consumer-Markt. Schließlich wollte
man auch hier ein »Stück vom Kuchen«
abbekommen.

DAS ZWEITE BEIN

1960 kam die Nikkorex 35 auf den
Markt, die von Mamiya gefertigt wurde.
Bei ihr konnte allerdings das Objektiv
nicht gewechselt werden. Als Ausgleich
wurden Vorsatzobjektive angeboten, um
den Weitwinkel- und Telebereich verfügbar zu machen.
Von der Nikkorex 35 erschienen bis
1963 verschiedene weitere Modelle, die
aber nicht besonders erfolgreich waren.
Zudem waren sie recht reparaturanfällig. Das Bild rechts zeigt die erste Kamera der Nikkorex 35-Reihe.

25

Zeiss Ikon
In Deutschland konnten
die Nikons zunächst
nur als »Nikkor« verkauft werden. Darauf
bestand die deutsche
Firma Zeiss Ikon, um
Verwechslungen zu vermeiden.

Die nächste Generation – die Nikkorex
F – verfügte dann über wechselbare

à Meine Nikon-Sammlung – aufgebaut in drei Etagen. Die Holzbretter, die sich darunter verbergen, wurden mit einem Samttuch abgedeckt (Nikon D300, 50 mm, 200 ISO, 1,3 Sek., f 22).

26

à Nikonos II. Die Nikonos II
wurde als zweite Unterwasserkamera Nikons 1968 vorgestellt (Foto: Nikon GmbH,
Deutschland).

DIE GESCHICHTE

Objektive. Es war
sozusagen eine »abgespeckte« Nikon F,
bei der man weder
Sucher noch Mattscheiben wechseln
konnte. Auch ein Motoranschluss war nicht
möglich. Besonders
erfolgreich verkaufte sich die Nikkorex
F allerdings nicht, der
Vertrieb wurde 1966 eingestellt.
Ab 1963 konstruierte
Nikon einige Sondermodelle, die für die Unterwasserfotografie gedacht
waren: die Kameras der
Nikonos-Reihe. Bis 1984
entstanden vier verschiedene Modelle – 1992
kam noch die Nikonos RS
dazu. 2001 wurde diese
Reihe endgültig eingestellt.

Eine neue
Reihe
 Alte Uhr. Dieses Foto entstand 1990 mit einer F3 und
einem Micro Nikkor 55 mm
(Nikon F3, Fuji RF 50).

Nach dem mäßigen
Erfolg der NikkorexModelle führte Nikon
1965 eine neue Serie
ein, die weit erfolgreicher werden sollte: die
Nikkormat-Kameras.
Das erste Modell dieser
Reihe war die Nikkormat
FT. Diese Nikon war als
sehr solide Präzisionskamera aufgebaut und
erweckte keinesfalls

einen »Billig-Eindruck«. Etwas ungewöhnlich war bei dieser Kamera, dass
es kein Zeiteneinstellrad oben auf dem
Gehäuse gab. Der Zeitenwähler befand
sind auf einem Ring um das Objektivbajonett – eine etwas gewöhnungsbedürftige Variante.
Ein bedeutender Unterschied zur
Profikamera Nikon F war übrigens der
Sucher. Während bei der F 100 % des
späteren Bildausschnitts zu sehen wa-

EIN BOOM

Blendenübertragung
In der Abbildung rechts oben ist zu
sehen, wie zur damaligen Zeit die Blendenübertragung realisiert wurde. Für die
Belichtungsmessung musste die Nikon
ja »wissen«, welche Blende am Objektiv
eingestellt war. An jedem Objektiv war
eine Halterung befestigt – die sogenannte »Nikon-Gabel«. An der Kamera
war ein passender Stift angebracht, der
in den Schlitz eingeklinkt wurde. Um die
Lichtstärke des Objektivs zu bestimmen,
musste der Fotograf nach dem Objektivwechsel einmal auf den kleinsten und
danach auf den größten Blendenwert
einstellen. Wurde das vergessen, entstanden falsch belichtete Bilder.
Die modernen Nikon-Modelle der
oberen Klasse (wie z.B. die D700 oder
D300s) haben ebenfalls einen Blendenmitnehmer, damit die alten Objektive
ren, zeigte die Nikkormat FT lediglich
92 % an – ein Unterscheidungsmerkmal
von Profi- und Amateurkameras, das
bis heute erhalten geblieben ist. Auch
das Wechseln des Suchers blieb den
Profikameras vorbehalten – bei heutigen
Modellen ist kein Wechseln des Suchers
mehr möglich.
1967 wurde der Nikkormat FT eine
noch weiter abgespeckte »Schwester«
zur Seite gestellt: die Nikkormat FS, die
allerdings kaum verkauft wurde. Bei
diesem Modell fehlte zum Beispiel der
Belichtungsmesser.

Ein Boom
1967 erschien dann die Nikkormat FTN,
die den Boom der Nikkormat-Modelle
einläutete. Die neue Kamera erhielt von
der Nikon F die inzwischen eingeführte

27

Exkurs

auch weiterhin genutzt werden können.
Den Blendenmitnehmer sehen Sie oben
bei der D300s markiert.
mittenbetonte Belichtungsmessung und
einige Verbesserungen beim Sucher – so
wurden erstmalig unter dem Sucherbild
Verschlusszeiten eingespiegelt.

Ä Nikkormat FTN. Bei Modellen, die für den japanischen
Binnenmarkt bestimmt waren,
hieß die Kamera »Nikomat«
(Foto: Nikon GmbH, Deutschland).

28

Bezeichnungen
Die Bezeichnungen der
jeweiligen F-Modelle
unterschieden sich, je
nachdem, was für ein
Sucher verwendet wurde. Nutzte das Modell
die normale Suchervariante ohne Belichtungsmesser, wurde es
F2 Eyelevel genannt.
Mit Belichtungsmesser
hieß das Modell F2
Photomic.

Ä Nikon F2 Photomic. Der
Sucher der F2 Photomic war
kleiner als beim Vorgängermodell (Foto: Nikon GmbH,
Deutschland).

DIE GESCHICHTE

Der neue »Leader«
Die Nikon F war zum Erfolgsmodell geworden – gerade in den letzten Produktionsjahren stiegen die Verkaufszahlen
steil an. Ingesamt gingen rund eine Million Nikon F-Kameras über den Tresen.
Die Kamera wurde im September 1971
durch die F2 abgelöst, die technisch
gesehen den letzten Nikon F-Modellen
sehr ähnelte. Getan hatte sich allerdings
etwas bei dem klobig wirkenden Sucher
– er war doch inzwischen arg in die
Jahre gekommen. Der Sucher mit dem
integrierten Belichtungsmesser war erheblich kompakter geworden. Verändert
wurde auch die Position des Auslösers
– er rutsche nach vorne, sodass die Bedienung etwas leichter fiel. Wie schon
bei der Nikon F konnte man zusätzliche
Motoren erwerben, die im Stativgewinde befestigt wurden. Damit war es zum
Beispiel möglich, bis zu fünf Aufnahmen
in der Sekunde zu schießen, wobei die
Werte je nach Motormodell variierten.

Die Elektronik
zieht ein
1972 folgte Nikon dem Trend und stellte
mit der Nikkormat EL (für Elektronik)
die erste vollautomatische Nikon vor.
Langsam verabschiedete man sich von
den rein mechanischen Modellen – der
Markt verlangte es so. So erhielt die
EL einen elektronisch gesteuerten Verschluss und eine TTL-Belichtungsmessung. Eine automatische Belichtung war
auch vorhanden, wogegen sich die Puristen heftigst wehrten. »Man solle doch
lieber das Fotografieren lernen, anstatt
der Elektronik die Kontrolle zu überlassen«, hieß es. Bei der Nikkormat EL war
auch erstmals das Speichern der Belichtungsmessung möglich. Die Kamera war
etwas unterhalb der FT2 angeordnet (sie
kostete mit einem 50-mm-Normalobjektiv übrigens etwa 1.200 D-Mark).

Viele neue Modelle
Bei den Consumer-Kameras hatte Nikon
bereits damals Erneuerungszyklen, die
den heutigen Neuerscheinungszeiträumen ähneln. Etwa alle zwei Jahre
erschien ein neues Modell, das oft nur
nuancierte Neuerungen enthielt. So
erhielt 1975 die neue FT2 gegenüber
dem Vorgängermodell FTN praktisch nur
einen neuen Blitzschuh.
Die ELW (das »W« steht für Winder),
die 1976 auf den Markt kam, wurde
für ansetzbare Motoren kompatibel gemacht. Bei der 1977 erschienenen Nikon
EL2 war auch eine Korrektur der Belichtung möglich. Die neue Nikkormat FT3
übernahm eine grundlegende Neuerung
der F2 Photomic A, die ebenfalls 1977
erschien: Die Objektive wurden umge-

»KOMPAKTKAMERAS«

AI-Objektive
1977 wurden die Nikon-Objektive
grundlegend erneuert. Bis dahin war es
notwendig, der Kamera die größtmögliche Blendenöffnung »mitzuteilen«. Dies
geschah durch Drehen des Blendenrings
nach dem Ansetzen eines neuen Objektivs nach rechts und links. Erst danach
konnte die Belichtung korrekt ermittelt
werden. Kennzeichnend für die alten
Objektive war die »Nikon-Gabel«, die Sie
in der Abbildung links markiert sehen.
Bei den AI-Objektiven war zusätzlich
eine Steuerkurve angebracht – ein
Überstand an der Unterseite des Objektivs. Eine solche Steuerkurve eines AIObjektivs ist in der rechten Abbildung
markiert. Die Kamera verfügte über

stellt. Es entstand das AI-Steuerungssystem, das weit praktischer als das bisherige »Eichen« der Belichtungsmessung
auf die größtmögliche Blendenöffnung
war.

»Kompaktkameras«
Ab 1977 entstand eine neue Kamerareihe – die beiden bisherigen ConsumerReihen wurden davon abgelöst. Die
Nikon FM war eine völlige Neukonstruktion. Das »M« signalisiert, dass es sich
um ein mechanisches Modell handelt.
Inzwischen war es Mode geworden,
leichtere und kompaktere Spiegelreflexkameras zu bauen – diesem Trend
verschloss sich auch Nikon nicht. Die
Kamera war leichter und schmaler als
die bisherigen Einsteigermodelle.
Die neue Kamera fand schnell viele
Freunde und verkaufte sich sehr gut.

einen entsprechenden Mitnehmer. Die
Nikon-Gabeln entfielen dann nach der
Einstellung der Produktion der späteren
AI-S-Objektive. Um ältere Objektive
an neuen Kameras nutzen zu können,
rüstete der Nikon-Service die Objektive
aber entsprechend um.

Sie war nach ihrer Einführung schnell
ausverkauft, sodass die Produktionskapazitäten erhöht werden mussten,
um den großen Bedarf decken zu können.
Selbst viele Profis nutzten dieses Modell als zuverlässige und robuste »Zweitkamera«. Eine Tendenz, die man heute
bei den digitalen Modellen auch wieder
antrifft.
Die Anzeige der passenden Belichtungszeit im Sucher erfolgte nun nicht
mehr mit einer Nadel, sondern mit drei
Dioden. Über- oder Unterbelichtungen
von bis zu einer Blendenstufe wurden
mit den Dioden angezeigt.
1978 kam dann mit der Nikon FE ein
elektronisches Schwestermodell dazu,
das beispielsweise eine Zeitautomatik
anbot. Im Gegensatz zur FM konnten bei
diesem Modell die Mattscheiben vom
Anwender ausgetauscht werden.

29

Exkurs

Nikon
Ab der Nikon EL2 trugen alle Kameras die
Bezeichnung »Nikon«.
Die Amateurmodelle
hießen jetzt genauso
wie die Modelle, die für
die Profis konstruiert
wurden.

30

DIE GESCHICHTE

gerichtet und entsprechend günstig zu
erwerben war.

Die Nikon F3
à Nikon FM. Die mechanische Nikon FM war eine sehr
beliebte und erfolgreiche
Kamera (Foto: Nikon GmbH,
Deutschland).
 Objektivserie E. Die Objektive dieser preisgünstigen
Objektivserie sahen auch
etwas »einfacher« aus als die
anderen Nikkore.

Belichtungsmessung
Durch die neue kamerainterne Belichtungsmessung konnte nun
die Belichtung auch
dann automatisch gemessen werden, wenn
andere Sucher zum
Einsatz kamen.

Neue Märkte
1979 brachte Nikon die EM heraus, die
ganz gezielt für »Hobby-Knipser« konstruiert wurde. Man wollte Fotografen
erreichen, die nur gerne im Urlaub oder
die Familie fotografieren, sich aber um
fotografische Techniken nicht kümmern
wollten. Das Konzept kam gut an – so
hatte man einen neuen Markt erschlossen. Das Prinzip der preisgünstigen
»Einsteiger-Nikon« wurde bis heute – im
digitalen Zeitalter – beibehalten. Trotz
des günstigen Preises war die EM eine
»echte Nikon«, die durch Robustheit und
technische Finessen überzeugen konnte.
Wie heutzutage auch wurden alle
Features der größeren Modelle weggelassen, von denen man meinte, dass der
Amateur überfordert sei oder kein Interesse an den Funktionen hätte. So fehlte
zum Beispiel eine Abblendtaste oder die
Spiegelvorauslösung. Mit dieser Kamera
wurde auch eine neue Serie an Objektiven eingeführt: die Objektivserie E, die
ebenfalls auf den Amateurmarkt aus-

Nach neun Jahren war 1980 wieder ein
neues Profimodell fällig – die Nikon F3
erschien. Anders als beim Vorgängermodell F2, die weitgehend auf der Nikon
F basierte, war die F3 eine völlige Neukonstruktion. Die Kamera bot neben
der manuellen Belichtungseinstellung
eine Zeitautomatik an – die Zeit war
inzwischen auch bei den Profis bereit
dafür.
Die Elektronik hielt nun ebenfalls
Einzug in das Profigehäuse – so wurde
auch bei der F3 der Verschluss elektronisch gesteuert, wodurch nun der Einsatz der Zeitautomatik möglich war.
Der Belichtungsmesser war nun erstmals in die Kamera integriert, sodass
die klobigen Sucheraufsätze entfallen
konnten. Der Belichtungsmesser wurde
hinter dem Spiegel untergebracht, der
teilweise lichtdurchlässig war. Dieses
Prinzip gilt bis heute. Bei der Belichtungsmessung wurde nun noch eine
stärkere Gewichtung auf die Bildmitte
gelegt. Ein Kreis von 12 mm Durchmesser in der Bildmitte bestimmt 80 % der
Belichtungsmessung.

NEUE EINSTEIGER

Die F3 setzte sich im Markt nicht
sofort durch, zumal es am Anfang
auch einige Kinderkrankheiten gab. Im
Laufe der Zeit akzeptierten die Profis
die Kamera dann aber doch, sodass sie
letztlich zu einem großen Verkaufserfolg
wurde. Auch die Nikon F3 wurde in verschiedenen Varianten gebaut, bis hin zur
F3 AF – eine automatisch fokussierende
F3, die 1983 auf den Markt kam.

Neue Einsteiger
1982 und 1983 erschienen dann die
Nachfolger der Einsteigermodelle. Die
FM2 und die FE2 waren weiter verfeinerte Versionen ihrer Vorgänger. Die
Neuerungen bezogen sich im Wesentlichen auf ein verbessertes Blitzen –
so wurde die Blitzsynchronzeit beispielsweise auf 1/200 Sekunde verkürzt.
Bei der FE2 war sogar 1/250 Sekunde möglich. Die FM2 bot erstmals
eine ultrakurze Belichtungszeit von
1/4.000 Sekunde an – zuvor war nur
1/1.000 Sekunde möglich.
Eine neue Kamerageneration wurde
1982 eingeläutet. Als Nachfolgemodell
für die EM kam die Nikon FG auf den
Markt (diese Nikon war übrigens 1985
meine erste Nikon – ich war sehr angetan von dieser Kamera). Die FG war die
erste Nikon, die zusätzlich zur manuellen Einstellung und der Zeitautomatik
auch eine Programmautomatik besaß,
bei der die Kamera die Verschlusszeit
und die dazu passende Blende unter
Berücksichtigung der Filmempfindlichkeit selbstständig einstellt. Neu war
auch, dass sie als erste Nikon auch beim
Blitzen über eine TTL-Messung verfügte.
1984 erhielt die FG mit der FG-20 ein
Schwestermodell, bei dem beispielswei-

se die Programmautomatik ebenso wie
die Blitz-TTL-Messung fehlte. Die neue
Produktlinie wurde 1983 durch die revolutionäre Nikon FA ergänzt, die über
der FG angesiedelt war (dieses Modell
war damals meine »Lieblings-Nikon«
– ich habe lange Jahre sehr gerne mit

31

Ä Nikon F3/T. Bei dieser
Nikon aus meiner NikonSammlung ist das Gehäuse
aus Titan gefertigt. Mit dem
angesetzten Motor konnten
bis zu 13 Bilder in der Sekunde
geschossen werden (Foto:
Nikon F-801, Fuji RF 50)

32

Korrekturen
Bei der FA konnte man
– ebenso wie bei der
FG – die automatisch
ermittelte Belichtung
mit einem Einstellrad
um zwei Blendenstufen
nach oben oder unten
korrigieren. Bei der FG
in halben Schritten und
bei der FA in Drittelschritten.

Ä Bäh! Das Foto entstand
1987 mit meiner ersten
Nikon-Kamera – einer recht
günstigen »Volks-Nikon«
(Nikon FG, Fuji RD 100).

DIE GESCHICHTE

diesem »Arbeitstier« fotografiert).
Ein Verkaufserfolg war diese Kamera allerdings nicht, weil inzwischen
die Autofokus-Kameras den Markt
eroberten.
Die FA war die erste Nikon mit
einer Mehrfeld-Belichtungsmessung
– der Vorläufer der heutigen Mat Nikon FA. Die Nikon FA war eine der
Nikons, mit denen ich besonders gerne und
häufig fotografiert habe – am liebsten in
der abgebildeten Zusammenstellung mit
dem angesetzten Motor MD-15. Die Kamera lag so gut in der Hand, und das auch bei
hochkanten Aufnahmen. Für hochkante
Aufnahmen gab es einen zweiten Auslöser
– Sie sehen ihn unten links (Foto: Nikon
D300, 50 mm, 200 ISO, 1/60 Sek., f 16).

NEUE EINSTEIGER

AI-S-Objektive
Seit 1982 gibt es die AI-S-Nikkore
(Aperture Indexing Shutter System).
Die Modifizierung war durch die neuen
Automatiken notwendig geworden.
Damit die neue Blendenautomatik genutzt werden konnte, mussten die Objektive modernisiert werden. So mussten
die Objektive so ausgestattet werden,
dass die Kamera die Blende für die Blendenautomatik steuern konnte.
Die Änderungen betrafen aber nicht
das Bajonett. Entsprechende Steuerungselemente wurden an der Unterseite der Objektive angebracht.
Damit die Kamera erkennt, ob es sich
um ein AI-S-Objektiv handelt, wurde
eine Einkerbung an der Objektivunterseite angebracht – sie ist im rechten
Bild markiert. Falls ein falsches Objektiv
angeschlossen wurde, erscheint eine
Fehlermeldung im Sucher. Um die Automatiken nutzen zu können, muss bis
heute die kleinste Blende eingestellt
werden – die Steuerung übernimmt
ja dann die Kamera. Falls ein anderer
Blendenwert eingestellt ist, gibt es den
Warnhinweis FEE im Sucher – das ist bis
heute bei den digitalen Modellen so.
Der Anwender kann diese Objektive
auch an der orange markierten Bezeichrixmessung. Nikon nannte das Verfahren
damals AMP (Automatic Multi-Pattern
Metering). Dabei wurde das Bild in fünf
Felder aufgeteilt, in denen das Licht
getrennt analysiert wurde. Anhand einprogrammierter Bilddaten aus allen erdenklichen Aufnahmesituationen wurde
die geeignete Belichtung ermittelt.
Neben der Programmautomatik konnte man auch wahlweise eine Zeit- oder

nung der kleinsten Blende (größte Blendenzahl) erkennen – dies ist im linken
Bild markiert.
Die kleinere Beschriftungsreihe der
Blendenwerte unterhalb der »NikonGabel« dient übrigens zum Einspiegeln
der aktuellen Blende in den Sucher und
kam bei den AI-Objektiven dazu.
Auch im digitalen Kamerazeitalter begegnet Ihnen der Begriff AI-S noch. Die
höherwertigen digitalen Kameramodelle
– wie zum Beispiel die D300s oder die
D700 – verfügen kameraseitig nämlich
ebenfalls über einen entsprechenden
Mitnehmer (Sie sehen dies auf der Seite
27 bei der Abbildung der D300s), sodass
diese Objektive noch genutzt werden
können. Die Belichtungsmessung kann
dann sogar mit der Zeitautomatik automatisch ermittelt werden. Bei den
Einsteigermodellen wird manuell
eingestellt.

eine Blendenautomatik (erstmals bei
einer Nikon) einsetzen oder auf die manuelle Einstellung zurückgreifen. Durch
die vielen Neuerungen hatte die FA den
Ruf einer »Hightech«-Kamera.
Auch so nützliche Details wie einen
fest eingebauten Okularverschluss bot
die FA an. Er ist nützlich, wenn das Eindringen von Licht in den Sucher – zum
Beispiel bei Stativaufnahmen – verhin-

33

Exkurs
Brennweitenermittlung
Bei den Belichtungsautomatiken ist es
auch wichtig, dass die
Kamera die Brennweite
berücksichtigt, um zum
Beispiel Verwacklungen
beim Einsatz großer
Brennweiten zu vermeiden. Zur Übermittlung der Brennweite
dient bei Objektiven ab
135 mm ein Steuernocken an der Objektivunterseite.

34

Rot
Seit dieser neuen
Kamerageneration
schmückt Nikon seine
Modelle mit einem roten Element. Erst waren
es Striche – heutzutage
sind es rote Dreiecke
unterhalb des Auslösers.

Ä Goldener Augustabend.
1989 entstand dieses Foto mit
meiner Nikon FA, die ich sehr
gerne eingesetzt habe (Nikon
FA, Fuji RD 100).

DIE GESCHICHTE

dert werden soll. Mit der mechanischen
FM2, der elektronischen FE2 und dem
»Computer« FA deckte Nikon nun einen
großen Bereich für aufwendige Kameras
ab und warb auch kräftig damit.

Die nächste
Generation
1985 erschien das erste Modell einer
ganz neuen Kamerageneration. Die
Nikon F-301 war keine Detailverbesserung eines vorherigen Kameramodells,
sondern eine komplett neu entwickelte
Kamera, die stark auf die aktuellen Bedürfnisse der Anwender ausgerichtet
war. Sie richtete sich an Fotoamateure.

Sie bekam mit der Nikon F-501 ein
Jahr später eine »große Schwester«.
Die F-501 war die erste Nikon, die ein
Autofokus-Modul im Kameragehäuse
enthielt. Auf diesen Autofokus musste
die F-301 noch verzichten.
Neu war bei beiden Modellen der nun
integrierte Kameramotor – fast drei
Aufnahmen pro Sekunde ließen sich
damit schießen. Es gab mehrere Modi,
um Serien- oder Einzelbilder zu machen,
die auch heute noch ähnlich eingesetzt
werden: Im S-Modus sind einzelne
Shots möglich, im C-Modus kann man
mit »Dauerfeuer« aufnehmen. Zusätzlich gab es damals noch die L-Option
(für Lock), mit der die Kamera gesperrt

DIE NÄCHSTE GENERATION

wurde – sozusagen ein »Ausschalter«.
Bei der Autofokus-Kamera F-501 symbolisierten diese Kürzel die heutige
Funktionsweise: Im C-Modus kann jederzeit ausgelöst werden – auch wenn
die Fokussierung noch nicht beendet
ist. Im S-Modus wird dagegen nur dann
ausgelöst, wenn das Bild scharf gestellt
wurde. Die F-301 war eine erfolgreiche
Kamera, weil man viele Funktionen für
sein Geld erhielt.
 Nikon F-501. Diese Kamera hatte als erste
Nikon ein Autofokus-System im Gehäuse integriert (Foto: Nikon GmbH, Deutschland).
Ä Abtauchende Ente. Mit dem Autofokus
wurde es viel leichter, auch solche Situationen
einzufangen (Nikon F-501, Fuji RD 100).

35

DIE GESCHICHTE

36

Exkurs

AF-Nikkore
Mit der Vorstellung der Autofokus-Kamera F-501 war eine erneute Modifikation der Objektive notwendig geworden,
damit die Kamera die Möglichkeit
erhält, die Entfernungseinstellung zu
übernehmen. Dies funktioniert mit einer
mechanischen Übertragung, die im
Bajonett untergebracht ist.
Anders als bei anderen Kameramarken
hat Nikon den Autofokus im Gehäuse
integriert und nicht im Objektiv. Die Objektive können so auch an alten Kameras verwendet werden – natürlich ohne
Autofokus-Funktion.
Da die erforderlichen elektronischen
Kontakte an der Unterseite des Objektivs
angebracht wurden (siehe Markierung),
konnte auch bei dieser Neuerung das
alte Bajonett beibehalten werden.
Erstmals wurden nun auch Mikroprozessoren (CPUs) in das Objektiv
integriert, sodass es möglich wurde,

Amerika
Für den amerikanischen
Markt – ein für Nikon
wichtiges Exportland
– gab es »Extrawürstchen«. Die F-501 hieß
dort N2002, die F-401
bekam die Bezeichnung
N4004 und die F-801
N8008. Diese andere
Benennung führte man
noch eine Weile fort.

Ein weiterer Unterschied zwischen
der F-501 und der F-301 bestand in der
Möglichkeit, die Mattscheiben wechseln
zu können. Auch die F-501 wurde zu einer sehr erfolgreichen Kamera und wurde 1986 zu »Europas Kamera des Jahres«
gekürt, nicht zuletzt deswegen, weil sie
die erste und bis dahin einzige Kamera
der Welt war, die ein Dual-AutofokusSystem im Gehäuse integriert hatte.
Nur am Rande sei bemerkt, dass Nikon auf der Photokina 1986 den Prototyp einer Still-Video-Kamera vorstellte
– die Nikon SVC Model 1 speicherte die
0,3 Megapixel großen Bilder auf einer
Diskette.
Ein integrierter CCD-Bildsensor digitalisierte die analogen Daten. Dies

objektivspezifische Daten an die Kamera
zu übermitteln. Die moderne Matrixmessung nutzt diese Möglichkeiten und
kann daher sehr präzise arbeiten.
Da die Kameraautomatiken voraussetzen, dass der größtmögliche Blendenwert eingestellt wird, verfügen die
Objektive über eine Arretierungsmöglichkeit, die ein versehentliches Verstellen der Blende verhindert.

war ein Vorgriff auf die heutige digitale
Fotografie.
Das nächste Nikon-Modell unterschied sich auch optisch deutlich von
den Vorgängern: Die F-401 war runder
und moderner gestaltet. Sie erschien
1987. Bei ihr wurde nicht nur das
Autofokus-Messsystem weiter optimiert,
sie verfügte auch erstmals über ein integriertes Blitzgerät, das man bei Bedarf
ausklappen konnte.
1988 kam dann die Nikon F-801 dazu.
(Mit dieser Kamera habe ich selbst am
längsten fotografiert – nämlich insgesamt acht Jahre. Dies ist im heutigen
digitalen Zeitalter gar nicht mehr vorstellbar.) Diese Kamera richtete sich an
die engagierten Fotografen.

EIN NEUES SPITZENMODELL – DIE F4

In der Hierarchie könnte man sie in
etwa mit einer heutigen D200 oder
D300s vergleichen.
Nikon hatte sich bei der F-801 wieder ein »Feuerwerk« an innovativen
Funktionen einfallen lassen – daher
nahm der Markt die Kamera gut an. Das
erste Mal bot eine Spiegelreflexkamera eine kürzeste Belichtungszeit von
1/8.000 Sekunde an. Mit dem integrierten
Motor schaffte man 3,3 Bilder in der
Sekunde – auch dies war eine Bestmarke. Neu war auch die Möglichkeit des
Programmshiftens, sodass man die von
der Kamera ermittelte Verschlusszeit/
Blende-Kombination verändern konnte.
Belichtungskorrekturen konnte man bis
zu fünf Blendenstufen vornehmen.
Sie ist auch die erste Nikon, die eine
Flüssigkeitsanzeige zum Einstellen
diverser Parameter anbot. Die Einstellungen erfolgten über einen Multifunktionswähler. So war es auf der Kameraoberseite sehr übersichtlich geworden.
Dieses Bedienungsprinzip findet man
bei den digitalen Kameramodellen auch
heute noch.

Ein neues Spitzenmodell – die F4
Acht Jahre nach dem Erscheinen der
letzten Nikon-Topkamera kam 1988 die
Nikon F4 auf den Markt, die alle inzwischen neuentwickelten Funktionen auf
höchstem Niveau aufwies. Sie enthielt
nicht nur alle bereits geschilderten
neuen Automatiken, sondern auch den
integrierten Autofokus.
Natürlich blieb auch bei dieser Kamera das alte Bajonett erhalten, um eine
Rückwärtskompatibilität zu gewährleisten – wenn auch mit Einschränkungen,

je nachdem welches alte Nikkor verwendet wurde.
Verfeinert und von der Fachpresse
besonders gelobt wurden die exzellenten automatischen TTL-Blitzfunktionen.
Erleichternd war es auch, dass der Blitz
durch eine Arretierung vor dem Herausrutschen aus dem ISO-genormten Blitzschuh geschützt war.

37

à Nikon F-401. Diese
Kamera fiel durch ihr extravagantes Design auf.

Ä Nikon F-801. Die F-801
bot viele neue Funktionen
mit Bestmarken (Fotos: Nikon
GmbH, Deutschland).

38

 Nikon F4e.
Eine F4 mit
dem Batterieteil MB-23
hieß F4e (Foto:
Nikon GmbH,
Deutschland).

DIE GESCHICHTE

Die Profifotografen waren sich noch
nicht ganz einig – viele griffen nach
wie vor lieber zur überwiegend mechanischen F3 und verzichteten bewusst
auf die Automatikmöglichkeiten. Daher
wurde die F3 auch noch sehr lange
weiterproduziert. Erst auf der Photokina im September 2000 wurde offiziell
die Einstellung der Produktion bekannt
gegeben. Die F4 wurde dagegen bereits
1996 nicht mehr weiter hergestellt, als
das Nachfolgemodell erschien.
Vom Kameradesign und funktional
waren Nikons Kameras nun weitgehend
ausgereift – vergleicht man die Modelle
mit den heutigen digitalen Pendants.

à Kuh mit Spiegelbild. 1989 erwischte ich mit der F-801 zufällig dieses Motiv (Nikon F-801, Fuji RD 100).

WEITERE UPDATES

Weitere Objektive
Durch weitere Verfeinerungen der Kameraautomatiken wurden hin und wieder auch neue Objektivtypen notwendig. Als 1992 die 3D-Matrixmessung
eingeführt wurde, bei der auch die
Entfernung mit in die Belichtungsmessung einfließt, entstand die nächste
Generation der Autofokus-Objektive,
die die Bezeichnung AF-D (für Distanz)
erhielten. Auch für die verbesserte TTLBlitzmessung wird die Entfernungseinstellung benötigt, um so die korrekte
Lichtmenge hinzufügen zu können.
1992 entstanden auch Objektive, die
einen eigenen Motor integriert hatten,
mit dem man schneller scharf stellen
konnte. Diese Objektive erhielten die
Bezeichnung AF-I (Autofocus coreless
integrated motor). Der Distanzchip war
bei diesen Objektiven ebenfalls enthalten. Bei den AF-S-Objektiven (Autofocus Silent Wave), die 1996 eingeführt
wurden, war ein schnellerer Ultraschallmotor enthalten.
Praktisch war bei den AF-D-Objektiven auch, dass der Fotograf trotz

sind nicht allzu viele Unterschiede zu
bemerken.

Weitere Updates
Die nächsten Modelle waren dann erst
einmal kleinere Updates der bestehenden Kameras. So erhielt die F-401
kleinere Verbesserungen und hieß fortan
F-401s. 1991 nach der Optimierung des
AF-Moduls wurde dann eine F401x daraus. Im selben Jahr wurde auch bei der
F-801 eine Modellpflege betrieben und
ein »s« an die Bezeichnung angehängt.

aktiviertem Autofokus durch Drehen
des Fokussierrings in die Fokussierung
eingreifen konnte (M/A-Betriebsart).
Die letzten Objektivgenerationen
gab es dann 2000 und 2003. Die AFG-Objektive haben keinen Blendenring
mehr und sind daher bei den alten analogen Modellen nur sehr eingeschränkt
einsetzbar.
Die Modellbezeichnung können Sie
am Objektiv ablesen – Sie sehen dies in
der folgenden Abbildung. Dort ist auch
der M/A-Umschalter markiert. Die DXObjektive, die es seit 2003 gibt, wurden
speziell für den kleineren Sensor der
digitalen Kameras entwickelt.

Neu integriert wurde zum Beispiel eine
Spotmessung.
Ein neues Modell kam 1990 dazu.
Die F-601 wurde zum Nachfolger der
F-501 und erhielt alle derzeit aktuellen
Technologien – wie auch das matrixgesteuerte TTL-Aufhellblitzten der F4.
Dazu erschien die F-601M, bei der man
nur manuell fokussieren konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatten Kameramodelle
ohne Autofokus etwa einen genauso
großen Marktanteil wie die AutofokusVarianten. Dennoch war die F-601M
kein Verkaufserfolg.

39

Exkurs

40

Digitale Schritte
Nach dem 1986 vorgestellten Prototyp kam
mit der Nikon QV1000C
zur Photokina 1988 der
nächste Versuch einer
Still-Video-Kamera
heraus, die SchwarzWeiß-Bilder aufnahm.
Im nächsten Schritt
gab es 1989/90 mit
Kodaks DSC-100 und
DSC-200 umgebaute
Nikon-Kameras. Die
riesig großen und sündhaft teueren Klötze
waren eine umgebaute
F3 (DSC-100) und eine
F-801.

à Digitale Gehversuche.
Der zweite Versuch Nikons mit
einer Still-Video-Kamera – die
QV1000C (Fotos: Nikon GmbH,
Deutschland).

DIE GESCHICHTE

Neue Kamera
und Objektive
Im September 1992 ging
es dann mit den Neuvorstellungen weiter – es
erschien eine zweiziffrige
Nikon: die F90. Die Bezeichnungsart der Kameratypen änderte Nikon im
Laufe der Geschichte häufiger. Daran hat sich bis
heute nichts geändert.
Bei der F90 wurde erstmals die 3D-Matrixmessung eingeführt, bei der
auch die Entfernung in die
Belichtungsmessung einfloss, was genauere Messergebnisse – besonders bei
schwierigen Aufnahmeverhältnissen – möglich
machte.
Wegen der neuen Belichtungsmessung waren
auch modifizierte Objektive notwendig. So entstand
die zweite Generation der
AF-Objektive, die den Namen AF-D erhielt. Wurde
ein kompatibles Blitzgerät
eingesetzt, konnten die
Entfernungsdaten auch
beim Blitzen ausgewertet werden. So
entstanden beispielsweise beim Aufhellblitzen ausgewogenere Ergebnisse.
Die F90 erhielt auch ein neues, leistungsfähigeres Autofokus-Modul: den
CAM 246.
Neu war auch etwas, dass bei heutigen Einsteiger-Spiegelreflexmodellen
noch zu finden ist: Es gab sieben Motivprogramme. So konnte unter anderem
ein Landschafts- oder Sportprogramm

gewählt werden. Die Kamera stellte
dann automatisch eine möglichst kleine
Blende ein (bei Landschaftsaufnahmen)
oder eine möglichst kurze Verschlusszeit (bei Sportaufnahmen). Es gab auch
Motivprogramme für Nahaufnahmen,
Porträts, zum Verhindern roter Augen
beim Blitzen und zum Erreichen von
Silhouetten.
Um den Sinn oder Unsinn solcher
Programme wurde bereits damals heftig
diskutiert: »Ist es nicht viel einfacher,
das Fotografieren zu erlernen als die
Funktionsweise der Motivprogramme?«
Ich lasse die Antwort hier einmal offen
– wer mit den Motivprogrammen bessere Fotos erstellt, soll sie nutzen. Warum
auch nicht?
Die F90 war auch die weltweit erste
Kamera, die sich an einen Organizer
(einen kleinen Taschencomputer) anschließen ließ und dann zusätzliche
Funktionen bereitstellte. So konnte man
zum Beispiel eigene Belichtungsvorgaben einprogrammieren.

NEUE VERSUCHE

Die Reihe der zweiziffrigen Kameramodelle wurde in den kommenden
Jahren weiter ausgebaut.
Mit der F50 kam 1994 ein kleineres Einsteigermodell heraus. Die F70
und eine verbesserte F90 mit der Bezeichnung F90x komplettierten das
Sortiment. Dies waren alles Kameras
mit kleineren Neuerungen, die die Vorgängermodelle der dreiziffrigen Nikons
ersetzten.

Heiße Märkte
Inzwischen hatte sich aber auf dem
Kameramarkt einiges getan. Canon
machte jetzt im Profigeschäft Nikon arg
zu schaffen – im Bereich der günstigeren Kameras war es nicht viel anders.
Viele Modelle des Mitbewerbers waren
inzwischen durch gute Innovationen interessant und erfolgreich auf dem Markt
geworden. Nikon hatte es in diesen

Jahren schwer, sich
gegen die teilweise
moderneren und auch
preisgünstigen Modelle der Mitbewerber
durchzusetzen. Nikon
versuchte, mit einigen »Retro-Kameras«
Aufsehen zu erringen
– was nicht so recht
gelang. So brachte
man 1994 eine FM2/T
(aus Titan) und 1995
eine FM10 sowie 1996
eine FE10 heraus.
»Geschlafen« hat
Nikon aber dennoch
nicht. Es gab diverse
Experimente mit digitalen Varianten und
eine Zusammenarbeit
mit Kodak und auch Fuji, wobei Nikon
hier mehr oder minder nur die Gehäuse
zur Verfügung stellte.

Neue Versuche
Man mochte es schon fast nicht mehr
glauben – aber 1996 erschien mit der
F5 tatsächlich noch ein neues analoges
Spitzenmodell von Nikon. Man wollte
Anteile zurückgewinnen, die man in der
Zwischenzeit unter
anderem an Canon verloren hatte.
Das Kameradesign
stammte vom bekannten italienischen Designer Giorgio Giugiaro (er
gestaltete auch die F3
bis F6 und die D1 bis
D3).

41

Prototyp
Die Entwicklung im
digitalen Bereich ging
weiter. In New Orleans
stellte Nikon einen
DSLR-Prototyp mit der
Bezeichnung D1 vor.
Die Kamera bot eine
Auflösung von »sagenhaften« 1.088 x 480
Pixeln. Die Kamera ist
aber nicht mit der späteren D1 für den Markt
zu verwechseln.

Á Nikon F5. Die F5 trat noch
einmal sehr modern und mit
vielen technischen Finessen
auf (Fotos: Nikon GmbH,
Deutschland).

Ä Digitales. In Zusammenarbeit mit Fuji entstanden mehrere digitale SpiegelreflexModelle (wie hier die E2 aus
1994), die allerdings durch
ihre horrenden Preise (weit
im fünfstelligen DM-Bereich)
nicht für den Massenmarkt
bestimmt waren. Obwohl sie
nur eine Auflösung von etwas
mehr als einem Megapixel
boten.

42

DIE GESCHICHTE

ein Nachfolger – die F6 wird bis heute
produziert. Wie viele Exemplare davon
bis jetzt verkauft werden konnten, ist
nicht bekannt.

Noch etwas Neues

à Nikon F100. Diese 1999
erschienene Kamera war die
Basis für die erste »richtige«
digitale Spiegelreflexkamera von Nikon (Fotos: Nikon
GmbH, Deutschland).

Ä Nikon F65. Die letzten
analogen Spiegelreflexkameras von Nikon boten nichts
Besonderes mehr.

Mit der F5 ging eine Ära zu Ende: Es
war die letzte Nikon, die einen wechselbaren Sucher besaß.
Das Ziel, den guten Ruf Nikons wiederzuerlangen, gelang mit der F5 – die
Kamera erhielt viele sehr gute Kritiken.
Die Profis hatten sich inzwischen nicht
nur an die neuen elektronischen Möglichkeiten gewöhnt – sie forderten sie auch ein.
Die F5 enthielt
alle bis dato verfügbaren Möglichkeiten der anderen
Nikon-Modelle im
Bereich Autofokus
und Belichtungsmessung. Auch die
Bedienung wurde
stark modernisiert. In Zeiten der
Digitalfotografie
erschien 2004 noch

Kurz vor dem Eintritt ins digitale Zeitalter versuchten die Kamerahersteller, den
inzwischen gesättigten Markt mit dem
APS-Format (ein kleineres Filmformat)
wiederzubeleben, was allerdings nicht
gelang – der »Drops Analogfotografie«
war inzwischen gelutscht. Nikons APSKamera hieß Pronea. Es erschienen 1997
und 1998 zwei Modelle.
1999 bis 2003 erschienen zwar
insgesamt noch sechs neue analoge
Nikon-Kameras, von denen allerdings
nur die F100 erwähnenswert ist. Andere
zweiziffrige Modelle lösten ihre Vorgänger ab: Die F60 (1998), F80 (2000),
F65 (2001), F55 (2002) und F75 (2003)
wurden in der Art der Bedienung und
der Funktionalität im Wesentlichen an
die Modelle der Konkurrenz angepasst –
Besonderes konnten sie nicht bieten.

Nikon F100
Mit der F100 präsentierte Nikon im Oktober 1999 eine abgespeckte Variante
der Profikamera F5. Die Kamera hätte
sicherlich zu einem großen Erfolg werden können, wenn sie zu einer anderen
Zeit erschienen wäre. Inzwischen drehte
sich aber alles um digitale Kameras –
zunächst im Bereich der kompakten
Modelle (Nikon hatte hier die CoolpixReihe im Sortiment), kurz darauf aber
auch im Spiegelreflex-Bereich. Was
die F100 erwähnenswert macht, ist die
Tatsache, dass auf ihr die digitale D1
basiert, die auch 1999 erschien.

NIKON F100

à Nikon machte in den 80er-Jahren mit hochwertigen Broschüren und Anzeigen fleißig Werbung – es hat sich ganz offensichtlich
gelohnt. Zu jeder neuen Kamera gab es auch die passenden Informationen – heute erhält man diese über das Internet.

43

Nikon D70s, 18 mm, 800 ISO, 1/40 Sek., f 3.5

2

Die digitalen
Kameras

In den 90er-Jahren gab es den großen Umbruch von der herkömmlichen analogen Fotografie hin zur digitalen Fotografie, bei der
die aufgenommenen Fotografien auf Speichermedien gesichert werden. Nach einigen
Versuchen mit Nischenprodukten startete
Nikon 1999 mit der D1 ernsthaft in den neuen
Markt und ist inzwischen sehr erfolgreich.
Alle Fotografien und Grafiken im Kapitel: Michael Gradias

46

DIE DIGITALEN KAMERAS

Neues Terrain
Sie haben bereits im letzten Kapitel erfahren, dass Nikon bei der Entwicklung
der Digitalfotografie nicht »geschlafen«
hat. Immer wieder gab es neue Versuche
mit mehr oder weniger experimentellen
digitalen Kameras – auch in Kooperation mit anderen Partnern wie Kodak oder
Fuji.
Man versuchte, den (bei der analogen
Fotografie) bewährten Weg über die
Profis zu gehen. Wenn die erst einmal
überzeugt wären, würden die Amateure
bestimmt auch wieder für Nikon gewonnen werden.
Bei der Pressefotografie setzte
sich die
digitale Fotografie auch
tatsächlich als
Erstes durch.
Der Grund
ist einfach:
Beispielsweise
für die Tageszeitungen war
es wichtig, das
zu veröffentlichende Bildmaterial so schnell
wie möglich zu erhalten. Der extrem
hohe Preis der anfänglichen Digitalkameras spielte dabei keine bedeutende
Rolle, da sich die Kameras durch den
schnellen Bildtransfer bald rentierten.
Und dennoch: Der Hauptkonkurrent
war inzwischen an Nikon vorbeigezogen
und etablierte sich zunächst auch im
Bereich der digitalen Kameras besser als
Nikon (auch bei den Profis). Nikon war
anfangs etwas zögerlich bei der Beurtei-

lung der Zukunft der digitalen Fotografie. Dies belegt auch die analoge F6, die
2004 erschien. Zu diesem Zeitpunkt war
eigentlich längst klar, dass der Markt
der analogen Kameras nicht weiter existieren würde.
Heutzutage werden in den Verkaufszahlenlisten analoge Kameras überhaupt
nicht mehr geführt – zu gering ist ihr
Marktanteil inzwischen geworden.
Richtig ernst genommen hat Nikon
den Markt der digitalen Kameras ganz
offensichtlich erst, als Canon mit der
EOS 300D den Massenmarkt erfolgreich
enterte.
Inzwischen hat sich der Wind wieder
gedreht – zugunsten von Nikon. Erstmals mit der sensationellen D200 und
danach mit der parallelen Vorstellung
der Profikamera D3 und der semiprofessionellen D300 konnte Nikon das
verlorene Terrain zurückerobern. Aktuell
ist Canon im Hintertreffen, weil Nikon
regelmäßig die reiferen und innovativeren Kameras vorstellt. Die Marktanteile
dieser beiden größten Hersteller sind
momentan in etwa pari und machen
über 80 % des Marktes der digitalen
Spiegelreflexkameras aus.

Die erste Digitale
1999 – in dem Jahr als auch die analoge
F100 vorgestellt wurde – ging es mit
der ersten »richtigen« Digitalkamera
von Nikon los, die als vollständig eigene
Entwicklung und Produktion entstand.
Die Nikon D1 – die Sie links abgebildet
sehen – wurde vorgestellt. Bei ihrer
Markteinführung musste man etwa
12.000 DM für die Kamera bezahlen.
Daher war diese interessante Kamera
nur für Profis geeignet.

DIE ERSTE DIGITALE

Zunächst war man sich noch nicht
im Klaren darüber, wie Digitalkameras
aussehen sollen. Wie Sie bei den ersten
Modellen sahen, meinte man zunächst,
dass die digitalen Kameras »ganz anders« aussehen müssen. Teilweise waren
sie sehr futuristisch gestaltet.
Mit dem Erscheinen der D1 war allerdings das Gegenteil klar: Die digitalen
Kameramodelle gleichen ihren analogen
Pendants wie ein Ei dem anderen. Dieser
Weg wird bis heute fortgesetzt. Das ist
sehr gut so, weil es auch heute noch
diverse Umsteiger von einer anlogen
Kamera auf eine digitale Spiegelreflexkamera gibt. Der Umstieg fällt dem
Fotografen so leicht, weil die Bedienung

praktisch identisch ist. Die D1 hat daher
viel Ähnlichkeit mit der analogen F100,
die ihrerseits eine abgespeckte F5 gewesen ist.
Wie bei allen einziffrigen digitalen
Spiegelreflexkameras von Nikon ist auch
bei der D1 der Motor fest integriert,
sodass die Kamera einen »mächtigen«
Eindruck macht. Bei den semiprofessionellen Modellen hält es Nikon seither
so, dass die Motoren zusätzlich erworben und am Stativgewinde befestigt
werden können.
Funktionell ist es so, dass die D1 alle
bedeutenden Funktionen enthält, die
man von der F5 und der F100 bereits
kannte.

47

Benennung
Digitalkameras wurden
zunächst gar nicht als
solche bezeichnet. Man
nannte sie zu Beginn
»Still-Video-Kameras«.
Gespeichert wurden sozusagen die Einzelbilder
eines Videofilms.

Ä Hellwacher Flamingo. Mit
ihrer exzellenten Bildqualität
konnten die digitalen NikonModelle von Beginn an überzeugen (Nikon D70s, 300 mm,
200 ISO, 1/500 Sek., f 6).

DIE DIGITALEN KAMERAS

48

Exkurs

Vignettierung
Wenn Sie Objektive an
einer DX-Kamera nutzen, die für Kameras im
FX-Format konstruiert
wurden, wird nur der
mittlere Bereich des
Objektivs verwendet.
Dies ist bei der unteren
Abbildung auf Seite 49
gut zu sehen  . So haben Sie auch bei einfacheren Objektiven keine
Vignettierungen (Abschattungen) an den
Bildecken zu befürchten, die bei offener
Blende entstehen können, da sie sich außerhalb des abgebildeten
Bereichs befinden.

Ä FX und DX. Sensoren im
FX-Format sind in etwa so
groß wie ein Kleinbildfilm. Die
DX-Sensoren haben dagegen
etwa die halbe Größe (siehe
weiße Markierung).

Nikons DX-Format
Mit der Einführung der Digitalkameras
gab es eine wichtige Veränderung beim
Bildformat.
Die ersten digitalen Kompaktkameras
enthielten sehr kleine Sensoren – die
Entwicklung solcher Chips ist ja auch
nicht ganz einfach gewesen. Viele Millionen lichtempfindlicher Fotodioden
mussten auf dem Chip untergebracht
werden.
Kurz vor dem Ende der analogen Fotografie entwickelten die Kamerahersteller
Canon, Fujifilm, Kodak, Minolta und
Nikon 1996 das sogenannte APS-Format
(Advanced Photo System). Man wollte
dem etwas dahindümpelnden Markt
einen Innovationsschub als Alternative
zum Kleinbildfilm verleihen. Die APSFilme hielten sich aber nur einige Jahre
auf dem Markt, weil die Digitalkameras
auf dem Vormarsch waren.
Durch das kleinere Aufnahmeformat
konnten kompaktere Kameras gebaut
werden. Der Miniaturisierung der Kameras kam auch zugute, dass die APSFilme keine Perforation besaßen, wie sie
bei den Kleinbildfilmen seit jeher üblich
war. So beanspruchte der Film nicht so
viel Platz in der Kamera wie die Kleinbildfilme.
APS-Filme konnten in drei Formaten
belichtet werden. Die volle Größe des
Negativs betrug 30,2 mm x 16,7 mm
und wurde APS-H genannt. Zusätzlich
konnte der Film in der Größe APS-C
(für Classic) belichtet werden – das entspricht 25,1 mm x 16,7 mm und einem
Seitenverhältnis von 3:2, was wiederum
dem klassischen Format der bisherigen
Kameras entspricht. Zusätzlich war ein
Panoramaformat von 30,2 mm x 9,5 mm

möglich. Die verschiedenen Formate
entstanden allerdings nur durch Ausschnittsvergrößerungen des Ausgangsformats APS-H.
Als die ersten digitalen Spiegelreflexkameras entwickelt wurden, orientierten
sich die Hersteller an dem APS-Format.
Je nach Hersteller variierten die Größen
der verwendeten Sensoren ein wenig –
ebenso wie die Benennung.
Nikon nennt sein Sensorformat DX.
Nikons DX-Sensoren sind etwa 23,6 mm
x 15,8 mm groß, wobei die Größen je
nach Modell um einige Millimeter variieren. In etwa entspricht dieses Format
dem APS-C-Format.
Seit 2007 hat Nikon auch Kameramodelle im Angebot (aktuell die D3
und D700), die einen Sensor integriert
haben, der so groß ist wie der analoge
Kleinbildfilm. Die Sensoren dieser sogenannten Vollformatkameras bezeichnet
Nikon als FX-Sensoren. In der Abbildung
links sehen Sie die beiden Formate im
Vergleich.

Unterschiede
Die unterschiedliche Größe der Sensoren
hat in der fotografischen Praxis verschiedene Folgen. Ein Unterschied, der
sich in der praktischen Arbeit besonders
deutlich bemerkbar macht, ist die »unterschiedliche Brennweite«. Objektive
mit identischer Brennweite »wirken«
nämlich anders, wenn sie an eine DXKamera angesetzt werden, als bei einer
FX-Kamera.
Wenn Sie ein Objekt  abbilden wollen, fällt das Licht durch das Objektiv  .
Die Brennweite ist der Abstand zwischen Fokuspunkt  und dem Punkt, bei
dem das Bild auf dem Sensor scharf ab-

NIKONS DX-FORMAT

gebildet wird (  DX,  FX). Dieser Abstand ist umso geringer, je kleiner der
Sensor ist. In der Praxis bedeutet dies,
dass Kameras mit einem kleineren Sensor eine geringere Brennweite benötigen, um einen Gegenstand vollständig
auf dem Sensor abzubilden.

Andersherum ausgedrückt heißt dies
aber auch, dass bei identischer Brennweite auf dem kleineren Sensor ein
kleinerer Bildausschnitt abgebildet wird
– Sie sehen dies im nächsten Bild. Daher
stammt auch die Bezeichnung »CropFaktor« – also Beschneidungsfaktor. Wie
viele Teile vom Bild »abgeschnitten«
werden, verdeutlicht auch die Abbildung
auf Seite 48.

So entsteht der Eindruck, man hätte
beim DX-Format eine größere Brennweite verwendet, um den kleineren Bildausschnitt zu erreichen.
Um einen Vergleich zwischen den
Formaten zu erhalten, rechnet man die
Brennweite beim DX-Format so um, dass
sie der Brennweite des Kleinbildformats
entspricht. Bei Nikon-Kameras beträgt

der Umrechnungsfaktor 1,5. Setzen Sie
also ein 50-mm-Objektiv an der Kamera
an, erhalten Sie einen Bildausschnitt
wie bei einem 75-mm-Objektiv, das bei
einer FX-Kamera verwendet wird.

Schärfentiefe
Mit der Brennweite geht aber auch die
Schärfentiefe einher, da sich die Schärfentiefe unter anderem von der Brennweite des Objektivs abhängt (je kürzer
die Brennweite ist, umso größer ist der
scharf abgebildete Bereich).
So besitzen Kameras mit einem kleineren Sensor bei identischer (umgerechneter) Brennweitenangabe und somit
gleichem Bildausschnitt einen größeren
Schärfentiefebereich, was natürlich
Auswirkungen bei der kreativen Fotografie hat, wo es darum geht, Objekte
vom Hintergrund zu trennen, um ästhetisch wirkende Ergebnisse zu erhalten.
Bei Kameras mit kleinerem Sensoren
müssen Sie dagegen den Abstand zum
fotografierten Objekt vergrößern, um
die Freistellung vom Hintergrund zu
erreichen.

49

Schärfebereich
Um mit einer DXKamera eine geringere
Schärfentiefe zu erreichen, müssen Sie den
Abstand zum Objekt
vergrößern und eine
größere Brennweite
verwenden, um das
Objekt vollständig abbilden zu können.

Ä Schärfentiefe. Bei einer
Kamera mit einem DX-Sensor
hätte hier eine Brennweite
von 120 mm genügt, um denselben Bildausschnitt zu erreichen. Der scharf abgebildete
Bereich wäre dann aber größer als bei dieser FX-Kamera.
Um denselben Bildausschnitt
zu erreichen, müssten Sie mit
der DX-Kamera auch näher
an das Motiv herangehen
(Nikon D700, 180 mm Makro,
200 ISO, 1/125 Sek., f 4.5).

50

à Nikon D1. Die gravierendsten Veränderungen
im Vergleich zur analogen
Fotografie finden sich auf der
Rückseite der Kamera – hier
ist zum Beispiel der Monitor
zur Beurteilung des aufgenommenen Fotos und zum
Einstellen der Optionen untergebracht (Foto: Nikon GmbH,
Deutschland).

DIE DIGITALEN KAMERAS

Vieles bleibt

Vieles ist neu

Beim ersten Betrachten der neuen digitalen Spiegelreflexkameras von Nikon
erkennt man, dass vieles so geblieben
ist, wie man es von vorherigen analogen
Kameras kannte. Mit dieser grundsätzlichen Entscheidung hat Nikon eine
gute Wahl getroffen, weil es so
Neueinsteigern in
die digitale
Fotografie
sehr leicht
gemacht
wird.
Wenn Sie
die Belichtung und
Schärfe
speichern
wollen,
wird dafür, wie von
den analogen Modellen gewohnt, die
AE-L/AF-L-Taste verwendet. Auch die
Auswahl des gewünschten Belichtungsprogramms oder eine etwaige Belichtungskorrektur werden ebenso wie die
Wahl des Autofokus-Modus wie zuvor
vorgenommen.
Dies sind natürlich nur einige Beispiele. An dieser grundsätzlichen Bedienung
hat sich bis zu den aktuellen Digitalkamera-Modellen von Nikon nicht viel
geändert.
Auch »in« der Kamera gibt es diverse
Bauteile, die nicht anders arbeiten als
bei den analogen Pendants. So sind die
Bauteile der Belichtung und das Autofokus-Modul gleich, auch wenn es hier
bei den verschiedenen Kameramodellen
immer wieder weitere Verbesserungen
gibt.

Logisch, dass es viele Dinge gibt, die
völlig anders funktionieren als bei der
analogen Fotografie. In die Kameras
wird nun kein analoger Film mehr
eingelegt – daher müssen die Kamerarückseiten zum Filmwechseln auch nicht
aufgeklappt oder abgenommen werden.
Das Bild wird in Bits und Bytes mit einem Sensor aufgezeichnet, der etwa die
halbe Größe eines Kleinbildfilms besitzt.
Das Ergebnis wird auf einer Speicherkarte gesichert.

Der »neue Film«
Dem integrierten Sensor kommt eine
große Bedeutung zu. Bei der analogen
Fotografie war es so, dass man die Wirkung eines Fotos durch Wechseln des
Films verändern konnte. So gab es viele
Fotografen, die bei Diapositiven »leuchtende Farben« gerne hatten und daher
Fuji-Diafilme in die Kamera einlegten.
Wer etwas gedecktere Farben lieber
mochte, nutzte Diafilme von Kodak oder
Agfa, deren Ergebnisse etwas »kälter«
waren. Da Sie bei digitalen Kameras keinen Film wechseln können, sind Sie darauf angewiesen, welche Ergebnisse der
Sensor liefert. Es ist zwar möglich, Daten, die der Sensor liefert, anzupassen,
die grundsätzliche Bildqualität können
Sie aber nicht ändern.
Nikon setzt in seinen Kameras Sensoren ein, die von Sony gefertigt werden.
Die Bildqualität wird bei allen Modellen
regelmäßig in den allerhöchsten Tönen
gelobt – und das völlig zu Recht. Je
nach Kamerahersteller unterscheiden
sich die Ergebnisse deutlich – Nikon hat
eher einen »konservativen« Weg ohne
»knallige« Ergebnisse gewählt.

CCD- UND CMOS-SENSOREN

CCD- und CMOS-Sensoren
In den digitalen Nikon-Kameras werden
zwei verschiedene Typen von Sensoren
verwendet. Während bei den ersten
Modellen oft CCD-Sensoren (Charge
Coupled Devices) eingesetzt wurden,
enthalten die neueren Modelle meist
einen CMOS-Sensor (Complementary
Metal Oxide Semiconductor).
Die beiden Sensortypen arbeiten auf
ähnliche Art und Weise. Auf dem Sensor
sind Millionen von lichtempfindlichen
Fotodioden untergebracht. Der Megapixelwert der Kamera gibt wieder, wie
viele Millionen es sind.
Das Auslesen der Fotodioden kann
beim CMOS-Sensor für jede Fotodiode
einzeln erfolgen – beim CCD-Sensor
nur zeilenweise. CMOS-Sensoren sind
günstiger anzufertigen und benötigen
weniger Strom. Als Nachteil sagte man
ihnen früher nach, sie seien anfälliger
im Rauschverhalten. Inzwischen ist
dies aber nicht mehr der Fall. Bei den
CCD-Sensoren dauert das Verarbeiten
der Daten länger. Lange meinte man,
CCD-Sensoren würden die bessere
Bildqualität liefern. Dies kann man
heute allerdings nicht mehr so stehen
lassen – Unterschiede sind nicht mehr
erkennbar.

51

Die Abbildung zeigt einen CMOSSensor, wie er in der Nikon D5000
eingesetzt wird (Foto: Nikon GmbH,
Deutschland).

Farbenblind
Die Fotodioden des Sensors sind »farbenblind«. Sie können nur die Helligkeit
des Bildpunktes aufnehmen – nicht aber
den Farbwert.
Dieses Problem hat man so gelöst,
dass über jeder Fotodiode ein Farbfilter
in den Grundfarben Rot, Grün und Blau
(RGB) angebracht ist. Dadurch werden
die Helligkeitswerte jeweils nur für die
betreffende Farbe aufgenommen.
Da das menschliche Auge auf Grün
empfindlicher reagiert als auf die beiden
anderen Grundfarben, gibt es doppelt
so viele grüne Farbfilter, die nach folgendem Muster angeordnet sind. Dieses
Muster wird Bayer Pattern genannt.

Exkurs

RGB
Digitalfotos setzen sich
aus den drei Grundfarben Rot, Grün und
Blau zusammen. Alle
anderen Farben dieses
sogenannten additiven
RGB-Farbraums entstehen durch Mischen.
Mischt man Rot und
Grün ergibt sich Gelb,
Rot und Blau ergeben
Magenta. Werden Blau
und Grün gemischt,
entsteht der Farbton
Cyan.

Interpolation

Beim Auslesen der Daten werden
dann vier Pixel (siehe Markierung) zusammengefasst und der Farbwert durch
Interpolation (Zwischenrechnen) ermittelt. Durch die Art der Interpolation
unterscheiden sich die Bildergebnisse
der einzelnen Kamerahersteller. Jeder
Hersteller hat sein eigenes Verfahren,
um die Farbwerte zu ermitteln.

Damit ein Gesamtbild
entsteht, müssen die
sich ergebenden Bilddaten »interpoliert«
werden. Dabei werden
die Farb- und Helligkeitswerte der nebeneinanderliegenden
Bildpunkte berücksichtigt. Dafür sind hochkomplexe Algorithmen
erforderlich, damit ein
harmonisches Ergebnis
entsteht.

DIE DIGITALEN KAMERAS

52

Arbeitsgeschwindigkeit
Für Profis ist es wichtig, schnell viele Fotos
schießen zu können.
Da die digitale Verarbeitung der Bilder und
das Übertragen der
großen Datenmengen
auf die Speicherkarte
einen Moment dauern,
haben die Kameras
einen Pufferspeicher
integriert, in den die
Bilder zunächst übertragen werden. So war
es bei der D1 möglich,
21 Bilder nacheinander
ohne Pause aufzunehmen – und das mit
einer Bildfrequenz von
4,5 Bildern pro Sekunde. Das waren 1999
beachtliche Werte.

Nach heutigen Maßstäben waren
die technischen Daten der D1 in vielen
Punkten noch recht »schwach«. Der
kleine zwei Zoll große Monitor ließ eine
genaue Betrachtung des Ergebnisses
noch nicht zu. Die 2,74 Megapixel des
Sensors reichten für Ausdrucke in einer
Größe von 16,9 x 11,1 cm bei bester
Qualität (300 dpi). Für Pressefotografen war dies allerdings kein besonderer
Nachteil – für den Abdruck in Zeitungen
war die Auflösung allemal ausreichend.
Hervorzuheben ist die für damalige Verhältnisse gute Serienbildsequenz – es
waren bis zu 4,5 Bilder in der Sekunde
möglich.

Fakten
Einführung

Oktober 1999

Auflösung

2,74 Megapixel

Bildgröße

2.000 x 1.312 Pixel

ISO

200–1.600 (6.400)

Speichermedium CompactFlash I/II
Sucherbildfeld

96 %

Monitor

2 Zoll

Mon.-Auflösung

120.000 Pixel

int. Blitz

nein

Synchronisation

1/500

Verschlusszeiten

1/16.000

Korrektur

± 5 LW

Bildfrequenz

4,5 Bilder/Sek.

Sek.
bis 30 Sek.

Empfehlung
Die Nikon D1 ist heute nur noch
Sammlern zu empfehlen, da die technischen Daten nicht mehr zeitgemäß
sind. Auf dem Gebrauchtmarkt kann
man die Kamera gelegentlich für wenige Hundert Euro erwerben.

Im Februar 2001 präsentierte Nikon
zwei Nachfolgemodelle der D1. Die D1H
war für die Hochgeschwindigkeitsfotografie optimiert (nun waren 40 Bilder
mit einer Frequenz von 5 Bildern pro
Sekunde möglich). Die D1X hatte dagegen eine höhere Auflösung erhalten
(5,47 Megapixel).

Der Consumermarkt
Den Einstieg in den Consumermarkt
wagte Nikon Mitte 2002 mit dem neuen
Modell D100, mit der man die semiprofessionellen Fotografen und die ambitionierten Amateure erreichen wollte.
Mit einem Startverkaufspreis von etwa
2.800 Euro war sie deutlich preisgünstiger als die Nikon-Profimodelle, die
damals etwa doppelt so teuer waren.
Die D100 war erstklassig ausgerüstet
und sprach daher viele Käufer an. Die
Kamera erhielt sehr gute Kritiken in
allen Fachzeitschriften – und das völlig
zu Recht.
Auch bei dieser Kamera können
prinzipiell alle älteren Nikon-Objektive
verwendet werden, da das F-Bajonett
beibehalten wurde. Allerdings funktioniert bei Objektiven ohne integrierte
CPU die Belichtungsmessung nicht. Die
Mattscheibe ist nicht auswechselbar,
dafür kann aber ein Gitterliniennetz eingeblendet werden, das bei der präzisen
Ausrichtung der Kamera nützlich ist.
Optional erhältlich war der Batteriegriff MB-D100, der nicht nur die
Handlichkeit der Kamera verbesserte,
sondern auch einen Hochformatauslöser
und zwei zusätzliche Einstellräder zur
Bedienung enthielt. Außerdem war auch
eine AF-Speichertaste am Handgriff
vorhanden.

DER CONSUMERMARKT

In Sachen Sensor-Entwicklung hatte
sich in der Zwischenzeit einiges getan.
Die D100 verwendete einen CCD-Sensor
mit einer Auflösung von 6,1 Megapixeln – das entspricht einer Bildgröße
von 3.008 x 2.000 Pixeln. Damit lassen
sich Ausdrucke bis zu einer Größe von
25,5 x 17 cm (bei 300 dpi) in allerbester
Qualität erstellen.

Beste Ausstattung
Die semiprofessionelle D100 war in
vielen Teilen besser ausgestattet als die
professionelle D1. Dies lag aber daran,
dass die D1 inzwischen schon ein wenig
betagt war.

Da semiprofessionelle Anwender
– wie auch Profis – keine Motivprogramme nutzen, verfügte die D100 nur
über eine Programm-, Zeit- und Blendenautomatik. Außerdem ließen sich
die Belichtungswerte selbstverständlich
manuell einstellen.
Zur Belichtungsmessung standen die
bewährte 3D-Matrixmessung über zehn
Messfelder sowie eine mittenbetonte
Integralmessung und eine Spotmessung
zur Verfügung. Um zur perfekten Belichtung zu gelangen, konnte man auch
sogenannte Belichtungsreihen erstellen.
Dabei wurden neben einer normal belichteten Aufnahme weitere Aufnahmen
mit unter- und überbelichteten Vari-

53

Megapixelrennen
Bei der Steigerung der
Megapixelwerte ist
Nikon glücklicherweise
eher konservativ eingestellt. Während andere
Hersteller den Wert
ständig weiter erhöhen,
vollzieht Nikon nur geringere Steigerungen.

Ä 6 Megapixel. 6 Megapixel
reichen auch für größere Ausdrucke aus – über 25 cm sind
in allerbester Qualität möglich
(Nikon D70s, 60 mm, 200 ISO,
1/400 Sek., f 10).

54

Ã Ä Nikon D100. Mit der
D100 startete Nikon 2002
im Bereich der semiprofessionellen Fotografie und war
sehr erfolgreich (Fotos: Nikon
GmbH, Deutschland).

DIE DIGITALEN KAMERAS

anten aufgenommen. So
konnte man später die
am besten geeignete Aufnahme heraussuchen und die
misslungenen
Bilder einfach löschen.
Da die D100
zu einer Zeit
entstand, als
Anwender
noch analoges Equipment besaßen und
gerne weiternutzen wollten, war am
Auslöser noch ein nützliches Detail zu
entdecken, das bei späteren Modellen
entfallen ist. In den Auslöser ließ sich
ein mechanischer Kabelfernauslöser
einschrauben, wie er zu analogen Zeiten
oft genutzt wurde, als es die kabellosen
Pendants noch nicht gab.
Die Empfindlichkeit konnte von
200 bis 1.600 ISO eingestellt werden.
Mit einer Empfindlichkeitsverstärkung
konnte man sogar 3.200 und 6.400 ISO
einstellen, wobei die Ergebnisse
bei den hohen Empfindlichkeitsstufen damals
noch sehr zu
wünschen
übrig ließen.
Der TFTMonitor war
mit 1,8 Zoll
und einer
Auflösung
von 118.000
Pixeln noch
kleiner als bei der D1.

Fakten
Einführung

Juli 2002

Auflösung

6,1 Megapixel

Bildgröße

3.008 x 2.000 Pixel

ISO

200–1.600 (6.400)

Speichermedium CompactFlash I/II
Sucherbildfeld

95 %

Monitor

1,8 Zoll

Mon.-Auflösung

118.000 Pixel

int. Blitz

ja, LZ 11

Synchronisation

1/180

Verschlusszeiten

1/4.000

Korrektur

± 5 LW

Bildfrequenz

3 Bilder/Sek.

Sek.
bis 30 Sek.

Empfehlung
Die Nikon D100 ist auch heute für
Um-/Neueinsteiger in die Digitalfotografie durchaus noch eine Empfehlung wert, wenn man die hohen
Empfindlichkeiten nicht unbedingt
benötigt. Mit etwas Glück kann man
die Kamera für etwa 100 bis 200
Euro auf dem Gebrauchtmarkt ergattern und für den Einstieg in die
digitale Welt ausprobieren.

Neue Spitzenmodelle
2003, als es mit einem neuen digitalen
Modell weiterging, war Nikon noch
immer nicht vollends von der digitalen
Schiene überzeugt und stellte noch
neue analoge Modelle – wie die F75 und
2004 die F6 – vor.
Dennoch war das erste Profimodell
so erfolgreich, dass 2003 der erste von
zwei Nachfolgern erschien.

NEUE SPITZENMODELLE

Neuer Umgang
Je nachdem, wie man zur digitalen
Spiegelreflexfotografie gewechselt hat,
gibt es ganz grundlegende Unterschiede
beim Umgang mit der Kamera.
Anwender, die von der analogen Spiegelreflexkamera zunächst eine digitale
Kompaktkamera verwendet haben,
müssen sich erst wieder daran gewöhnen, dass man durch den Sucher blicken
muss – das Bild ist vor der Aufnahme
nicht auf dem Monitor zu sehen. Das
war auch ein Grund, weshalb die ersten
Monitore so arg klein geraten waren –
für das Einstellen der Menüfunktionen
eigneten sie sich allemal.

Nikon fuhr beim Spitzenmodell zunächst zweigleisig. Bei der D1H legte
man mehr Wert auf höchste Geschwindigkeit, bei der D1X war die Auflösung
das wichtigere Kriterium.
Da zunächst die Pressefotografen im
Visier der Nikon-Entwickler waren, wurde Mitte 2003 die D2H vorgestellt, die
ausschließlich auf Geschwindigkeit optimiert war. Für 4.000 Euro erhielt man
eine Kamera mit einer Auflösung von
4,1 Megapixeln und einer Bildfrequenz
von 8 Bildern pro Sekunde. Die Kamera
wurde mit einem neuen AutofokusModul ausgestattet – dem Multi-CAM
2000-Sensor. Elf Messfelder deckten
dabei 75 % der Bildfläche ab. Die hohe
Autofokus-Geschwindigkeit und -Präzision wurden besonders gelobt. Der Monitor war mit einer Größe von 2,5 Zoll
und einer Auflösung von 211.200 Pixeln
auch zeitgemäßer geworden.
Im Herbst 2004 wurde dann das neue
Schwestermodell – die D2X – vorgestellt, die neue Maßstäbe setzte.

Weil viele Anwender sich inzwischen
an das Betrachten des Bildes am Monitor gewöhnt haben, haben die Kamerahersteller reagiert und bei den neuesten
digitalen Kameragenerationen die sogenannte Live-View-Funktion integriert.
Der zweite Punkt, der einer Umgewöhnung bedarf, ist der automatische
Weißabgleich bei den digitalen Spiegelreflexkameras. Während man bei der
analogen Fotografie beispielsweise für
Kunstlichtsituationen einen speziellen
Film verwendete, ermittelt die digitale
Kamera die passende Einstellung automatisch, um einen Farbstich im Bild zu
vermeiden.

Wie beim Vorgänger war die »X«Version auf eine hohe Auflösung ausgerichtet. So wurde die D2X mit einem
CMOS-Sensor mit einer Auflösung
von 12,4 Megapixeln ausgestattet. Die
D2X war mit etwa 5.000 Euro bei der
Markteinführung deutlich teurer als das
Schwestermodell D2H.
Mit 5 Bildern pro Sekunde war
die D2X trotz der
hohen Auflösung nicht viel
langsamer
als das auf
Geschwindigkeit
getunte
Schwestermodell.
Mit dieser
Kamera
gelang Nikon ein viel
beachteter
»großer Wurf«.

55

Exkurs

Live-View
Da bei der Live-ViewFunktion eine andere
Autofokus-Messmethode verwendet wird, ist
das Fokussieren beim
aktuellen Stand der
Technik sehr langsam.
Daher eignet sich der
Live-View-Modus in der
Praxis momentan kaum.

Ä Nikon D2X. Die D2X war
ab 2004 das neue NikonFlaggschiff und setzte neue
Maßstäbe (Foto: Nikon GmbH,
Deutschland).

DIE DIGITALEN KAMERAS

56

Folgende Daten wies die D2X auf:

Fakten
Einführung

Oktober 2004

Auflösung

12,4 Megapixel

Bildgröße

4.288 x 2.848 Pixel

ISO

100–800 (3.200)

Speichermedium CompactFlash I/II
Sucherbildfeld

100 %

Monitor

2,5 Zoll

Mon.-Auflösung

235.000 Pixel

int. Blitz

nein

Synchronisation

1/250

Verschlusszeiten

1/8.000

Sek.

Korrektur

bis 30 Sek.
± 5 LW

Bildfrequenz

5 Bilder/Sek.

Empfehlung
Die Nikon D2X ist ebenso wie das
Schwestermodell D2H heute noch für
jeden Profi empfehlenswert, wenn
man bei höheren Empfindlichkeiten
kein »Rauschkornzähler« ist. Die 4,1
Megapixel der D2H sind heutzutage
etwas »mager« – die Auflösung der
D2X ist dagegen auch heute noch
Standard bei Nikon. Beide Modelle
kann man mit etwas Recherche auf
dem Gebrauchtmarkt für deutlich
unter 1.000 Euro finden.

Der Massenmarkt
Im Frühjahr 2004 stieg Nikon dann auch
endlich mit einem preisgünstigen Modell in den Consumermarkt ein, nachdem Canon Ende 2003 mit einer sehr
günstigen Kamera einen riesigen Erfolg
verzeichnete.

Mit der D70 sagte Nikon dem Konkurrenten nun endlich auch im unteren
Preissegment der digitalen Spiegelreflexkameras den Kampf an – und das bis
heute sehr erfolgreich.
Inzwischen war die Entwicklung so
weit gediehen, dass leistungsfähige
digitale Spiegelreflexkameras für etwas
über 1.000 Euro erhältlich waren. So
war der Einstieg in die digitale Fotografie für immer mehr Fotoenthusiasten
erschwinglich geworden.
Die D70 konnte die Fachpresse ebenso
wie die Anwender gleich vollends überzeugen – alle Kritiken waren äußerst
positiv, zumal die D70 bei Weitem nicht
so »abgespeckt« war wie die Modelle
des Mitbewerbers. Die D70 hatte einiges zu bieten. Die Kamera machte trotz
Kunststoffgehäuse einen robusten und
hochwertigen Eindruck – sie wirkte
recht »edel«. Die leichte Bedienbarkeit
der Kamera kam besonders den Einsteigern zugute.
Das Autofokus-Modul Multi-Cam 900
wurde bereits bei der D100 und der F80
verwendet und arbeitete